Vista-Tuning: Sinnvoll
oder nicht
Im Grunde lassen sich viele
Optimierungs-Tipps, wie das Abschalten von leistungsfressenden
visuellen Effekten oder Anwendungen, die beim Systemstart
geladen werden, von den älteren Betriebssystemen
auch auf Windows Vista übertragen.
Es ist aber nicht sinnvoll
ein Betriebssystem zu installieren, welches designed
wurde dem Nutzer möglichst viele optische Effekte
und Erleichterungen zu bieten, um diese dann wieder
zu deaktivieren.
Der Vista-Nutzer ist besser damit beraten die Hardware
anzupassen oder, wenn das nicht möglich ist, bei
Windows XP zu bleiben. Bei der heutigen Entwicklung
wird spätestens ab dem Jahre 2008/9 ein System für
500 Euro eine Rennmaschine für Vista darstellen.
Daher wird hier auf Tuning-Tipps verzichtet, die
Einschränkungen der Funktionalität von Vista bedeuten.
Leistungsbewertung von
Windows Vista zur Rate ziehen
Als erstes sollte dem Vista-eigenen
Bordmittel, der Leistungsbewertung, die Chance gegeben
werden, das System auf Leistungsbremsen hin zu untersuchen.
Das Programm "Leistungsbewertung und -tools" befindet
sich in der Systemsteuerung und ist selbsterklärend.
Dort können beispielsweise Autostartprogramme verwaltet,
Visuelle Effekte angepasst oder eine Bewertung und
Verbesserung der Leistung des Computers durchgeführt
werden.
Letzteres sollte auf jeden Fall durchgeführt werden.
Hier zeigt Vista selbst auf, ob bestimmte Treiber,
Anwendungen oder Komponenten das System ausbremsen.
Sind diese erst einmal identifiziert, kann nach
Aktualisierungen, Ersatz oder anderen Lösungen gesucht
werden.
Automatische Defragmentierung
deaktivieren
Bei Windows Vista läuft die
automatische Defragmentierung als permanenter Hintergrunddienst
ständig mit, um die Systemleistung konstant zu halten.
Wer darauf verzichten will, vielleicht, weil eine
andere Software das effektiver macht, kann die automatische
Defragmentierung auch deaktivieren.
Dazu unter "Start" --> "Suche
starten" den Suchbegriff "Defragmentierung" eingeben
und Programme "Defragmentierung" anklicken. jetzt
in der Oberfläche des Vista-Defragmentierungsprogramms
das Häkchen von der Auswahl "nach Zeitplan (empfohlen)"
deaktivieren und auf OK Klicken, um die Angabe zu
bestätigen.
Indexdienst deaktivieren
Der Indexdienst überwacht
ständig alle Dateien auf der Festplatte. Dadurch
wird es möglich, eine Suchanfrage nach einer Datei
oder einem Text innerhalb einer Datei (Volltextsuche)
schneller auszuführen. Nachteilig ist der Ressourcenhunger
des Indexdienstes, der zudem ständig im Hintergrund
arbeitet. Vista-Nutzer, die die Suche nicht ständig
gebrauchen, können daher den Indexdienst getrost
deaktivieren.
Zum Deaktivieren des Indexdienst im Startmenü auf
"Computer" klicken und mit einem Rechtsklick auf
ein Laufwerk im Kontextmenü die "Eigenschaften"
aufrufen. Unter dem Register "Allgemein" die Option
"Laufwerk für die schnelle Suche indizieren" deaktivieren.
Mit einem Klick auf "Übernehmen" wird der Nutzer
gefragt, ob die Änderungen nur für das Laufwerk
oder für das Laufwerk inklusive Unterordner und
Dateien erfolgen soll. Um den Indexdienst komplett
für das Laufwerk abzuschalten, muss die Option "...
inklusive Ordner und Dateien" gewählt werden. Die
Prozedur mit allen Laufwerken wiederholen. Nach
einem Neustart ist der Indexdienst nicht mehr aktiv.
Übrigens: Die hoch gelobten Desktopsuchprogramme,
wie Google Desktop oder Copernic Desktop Search,
bieten im Kern auch nicht mehr als der Indexdienst.
|
|
Superfetch-Funktion
optimieren
Das bei Vista eingesetzte
Superfetch, eine Weiterentwicklung der von XP bereits
bekannten Prefetch Funktion, ermöglicht es häufig
genutzten Anwendungen vorab in den Arbeitsspeicher
zu laden und damit schneller zu starten.
Über einige Einstellungen
in der Registrierung lässt sich Superfetch individuell
optimieren.
Dazu den Registrierungseditor aufrufen und zu dem
Schlüssel:
"HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session
Manager\Memory Management\PrefetchParameters" navigieren.
Mit einem Doppelklick auf "EnableSuperFetch" können
über den Wert die Funktionen von Superfetch angepasst
werden.
Wird der Wert auf "0" gesetzt, deaktiviert man Superfetch
damit komplett.
Der Wert "1" wird verwendet,
wenn allein der Start von Anwendungen beschleunigt
werden sollen.
Der Wert "2" muss gesetzt
sein, wenn man ausschliesslich den Bootvorgang beschleunigen
will.
Der Wert "3" ermöglicht die
Beschleunigung des Bootvorgangs und einen schnelleren
Start von Anwendungen.
Grösse der Auslagerungsdatei
festlegen
Wie alle Betriebssysteme lagert
auch Vista Applikationen in eine Auslagerungsdatei
(Swapfile), wenn der Arbeitsspeicher nicht mehr
ausreicht. Manchmal kann es sinnvoll sein, die Grösse
der Auslagerungsdatei selbst festzulegen.
Bei Windows Vista gelangt
man zu der Einstellung über "Start" --> "Systemsteuerung"
und "Verwaltung", wo zuerst auf "System und Wartung"
und anschliessend auf "System" geklickt werden muss.
Unter "Aufgaben die Erweiterten Systemeinstellungen"
kann die Grösse der Auslagerungsdatei festgelegt
werden.
Zuletzt nur noch die Sicherheitsabfrage
mit "Fortsetzen" bestätigen.
Ruhezustand deaktivieren
und Speicherplatz sparen
Die Ruhezustandsfunktion von
Windows Vista legt in die Datei "hiberfil.SYS" den
Inhalt des Arbeitsspeichers ab. Je nach Grösse des
Arbeitsspeichers kann die Datei sehr viel Speicherplatz
beanspruchen. Wer die Funktion "Ruhezustand" sowieso
nicht nutzt, kann sie deaktivieren und die Datei
löschen.
Unter Windows Vista lässt
sich der Ruhezustand allerdings nicht mehr wie gewohnt
über eine Option in der Systemsteuerung deaktivieren,
sondern es müssen Eingaben über die Eingabeaufforderung
gemacht werden.
Dazu im Suchfeld des Startmenüs
einfach "cmd" eingeben, das gefundene Programm mit
der rechten Maustaste anklicken und im Kontext
mit einem Klick auf "als Administrator ausführen"
starten.
In die Eingabeaufforderung
den Befehl "powercfg -H off" eingeben und mit "Enter"
bestätigen.
Nach einem Neustart ist die
Funktion "Ruhezustand" nicht mehr weiter aktiv und
die Datei "hiberfil.SYS" kann gelöscht werden.
Um den Ruhezustand wieder
zu aktivieren muss in die Eingabeaufforderung der
Befehl: "powercfg -H on" eingegeben werden.
Überflüssige
Autostarteinträge entfernen
Jedes Programm und jede Anwendung,
die beim Systemstart automatisch gestartet oder
geladen wird benötigen Sytem-Ressourcen und verlangsamen
das System. Daher lohnt es sich alle Auto-Start-Einträge
zu identifizieren und Überflüssige zu entfernen.
Die in Windows Vista integrierte Antispyware "Windows
Defender" bietet eine Option, über die man sich
alle beim Start ausgeführten Programme anzeigen
und entfernen lassen kann.
Dazu den Windows Defender
starten und unter "Extras" --> "Software Explorer"
im Drop-Down-Menü "Autostartprogramme" auswählen.
Startmenü beschleunigen
Das Startmenü von Windows
Vista wird mit der Zeit immer langsamer, weil Vista
speichert, welche Dateien über das Starmenü geöffnet
wurden. So kann es nach einiger Zeit mehrere Sekunden
dauern, bis das Startmenü angezeigt wird.
Um dem aus dem Weg zu gehen,
muss eine Einstellung geändert werden.
Mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste klicken
und "Eigenschaften" auswählen. In dem neuen Fenster
oben "Startmenü" auswählen, dort das Häkchen vor
"Liste zuletzt geöffneter Dateien speichern und
anzeigen" entfernen und mit "OK" bestätigen.
Die Suche im Startmenü
beschleunigen
Wird das Suchfeld im Startmenü
von Windows Vista benutzt, wird auch immer der Datei-Index
durchsucht. Je nach Grösse des Index, kann sich
die Suche dementsprechend verlangsamen. Durch einen
Eingriff in die Registry lässt sich der Datei-Index
aber von der Suche ausschliessen.
Dafür im Registrierungseditor
zu dem Schlüssel: "HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Advanced"
navigieren und dort den "Wert" von "Start_SearchFiles"
von "1" auf "0" ändern.
Nach einem Neustart wird die
Änderung aktiv. Der Eingriff kann durch Ändern des
"Wert" "0" auf "1" auch jederzeit wieder rückgängig
gemacht werden.
Anzahl der Prozessorkerne
beim Bootvorgang festlegen
Oft ist zu lesen, dass sich
der Bootvorgang beschleunigen lässt, indem man Windows
mehrere Prozessorkerne für den Systemstart zuweist.
Diese Annahme ist falsch.
Zur Kontrolle in das Dialogfeld "Ausführen" (Tastenkombination:
[Windows] + R) "msconfig" eingeben und in der Systemkonfiguration
auf "BOOT.INI" --> "Erweiterte Optionen" klicken.
Dort kann bei "NUMPROC=" ein Häkchen gesetzt werden,
und über das Auswahlfeld die Anzahl der Prozessorkerne
festgelegt werden, die Windows nutzen darf. Wird
vor "NUMPROC=" kein Häkchen gesetzt, nutzt Windows
jedoch automatisch alle Kerne.
Zur Erklärung: Die Option die Prozessoranzahl festzulegen,
stellt lediglich eine Begrenzung dar. Beim Systemstart
und auch danach arbeitet Windows dann nur noch mit
der angegebenen Anzahl von Kernen.
Windows-Logo beim Systemstart
ausblenden
Um den Systemstart zu etwas
beschleunigen oder sich zu informieren, was beim
Bootvorgang abläuft, ist es sinnvoll, das nervende
Windows-Logo zu deaktivieren.
Dazu auf "Start" --> "Ausführen*" klicken und "msconfig"
eingeben. Dort unter "Start" in den "Startoptionen"
die Option "Kein GUI-Start" aktivieren und auf "Übernehmen"
klicken.
Beim nächsten Neustart erscheint die bekannte Meldung,
dass die Systemkonfiguration geändert wurde. Hier
"Diese Meldung nicht mehr anzeigen und beim Windows-Start
die Systemkonfiguration nicht mehr anzeigen". Diese
mit einem Häkchen bestätigen und "OK" klicken.
*siehe auch:
Den
Befehl "Ausführen" im Startmenü einblenden
Tooltipp: Startmenü
aufpeppen mit Start++
Das Freeware-Tool Start++
peppt das Startmenü von Windows Vista um einige
nützliche Funktionen auf.
So kann man fast jeden möglichen Befehl direkt über
das Startmenü aufrufen, egal ob Internet-Adressen,
Suchbefehle oder Kommandozeilenbefehle.
Bei viel genutzten Anwendungen
reicht es einfach ein Kürzel einzugeben. Das Tool
ist so programmiert, dass die entsprechenden Kürzel
nach Belieben anpassbar sind.
Download Start++
Tooltipp: Limitierung
der TCP/IP Verbindungsversuche erhöhen
Wie schon bei Windows XP (SP2)
hat Microsoft auch bei Windows Vista die Zahl der
gleichzeitig möglichen Verbindungsversuche begrenzt.
Bei Filesharing Programmen, wie eMule, die viele
halboffene Verbindungen produzieren, wirkt sich
das Limit nachteilig aus. Betroffene Anwender bekommen
dann oftmals die Fehlermeldung: "EventID 4226: TCP/IP
hat das Sicherheitslimit erreicht, das für die Anzahl
gleichzeitiger TCP Verbindungsversuche festgelegt
wurde", nachzulesen in der Ereignisanzeige.
Während Microsoft bei Windows XP seit dem Service
Pack 2 das Limit auf maximal 10 Verbindungsversuche
gleichzeitig gesetzt hat, ist man für Vista noch
weiter gegangen. Je nach Version lässt das neue
Betriebssystem nur zwischen zwei (Home Basic) und
25 (Ultimate) gleichzeitige TCP/IP-Verbindungsversuche
zu.
Schnelle Abhilfe schafft hier der
Vista EventID 4226 Auto Patcher, der die Systemdatei
tcpip.sys patcht und Änderungen in der Registry
einträgt.
Vista-Upgrade auf 64
Bit
Ausser bei der teureren Vista
Ultimate Edition befinden sich auf den Datenträgern
nur die 32-Bit-Varianten des Betriebssystems. Wer
sich überlegt, auf die 64 Bit-Version umzusteigen,
kann diese gegen eine Bearbeitungsgebühr von 11,85
Euro nachbestellen.
Die 64-Bit-Versionen können mehr als 3.25 GByte
Arbeitsspeicher verwalten und viele Programme schneller
ausführen. Dennoch ist ein Umstieg nur bedingt zu
empfehlen, da für alle Komponenten auch 64-Bit Treiber
verfügbar sein müssen und systemnahe Software unter
Umständen Probleme bereiten kann, wenn sie nicht
aktuell ist.
|