1. Was
der Browser alles verrät
Manchmal wird
man von einer Webseite darüber informiert,
dass die Bildschirmauflösung zum
Betrachten der Webseite zu klein
eingestellt ist oder das der eigene
Browser nicht unterstützt wird.
Da stellt sich direkt die Frage:
Wie können die das wissen? Nun,
ganz einfach, ein Browser gibt nicht
nur die
IP-Adresse
weiter, sondern auch Informationen
über die Konfiguration des jeweiligen
Rechners, vom Nutzer unbemerkt wird
dies alles an den Webserver übermittelt.
Gedacht war diese Möglichkeit der
Informationsübermittlung ursprünglich,
um den Internetnutzer z.B. auf eine
für seinen Computer abgestimmte
Webseite zu leiten oder direkt die
passende Software für sein Betriebssystem
anzubieten. Andererseits werden
die benötigten Daten bekannt, wird
es einfacher Sicherheitslücken für
einen Zugriff auf den PC zu erkennen
oder die Installation von bösartigen
Skripten oder Codes zu etablieren.
Da den Konfigurationsmöglichkeiten
eines Rechners kaum Grenzen gesetzt
sind, machen diese Informationen
einen Nutzer dazu noch nahezu zu
jeder Zeit im Netz immer wiedererkennbar.
Einige Angaben, die der Browser
sendet, können mit Webfiltern, wie
zBsp. dem
Proxomitron unterdrückt oder
sogar gefälscht werden. Der Anonymität
wird dadurch jedoch kaum gedient,
eher wird ein Browser mit selbsterstellten
Browserdaten noch besser wiedererkannt.
Folgende Informationen können abgefragt
werden:
-
Browserbezeichnung (zBsp. Microsoft
Internet Explorer)
-
Code-Name der Engine (zBsp.
Mozilla)
-
Browserversion - Betriebsystem
(zBsp. MSIE 6.0; Windows
NT 5.1)
-
CPU Typ (zBsp x86 Compatible)
-
ob eine Soundkarte vorhanden
ist
-
wie Verbunden (zBsp. Modem)
-
Informationen zur Verbindungsgeschwindigkeit
-
Informationen zur Optimierung
der Verbindung
-
der Inhalt der Zwischenablage
ist mit Hilfe von JavaScript
auslesbar (IE ab Version 5)
-
Referrer (von welcher Webseite
man gekommen ist)
-
Proxy Informationen
-
die Sprache
-
die installierten Browserkomponenten
-
Mime Types: welche Applikationen
oder Browser Plug-Ins installiert
sind, um die entsprechenden
Dateien im Browser zu verarbeiten/anzuzeigen
(Dateitypen und installierte
Programme Powerpoint, Words,
Acrobat-Reader usw.)
-
Konfiguration des Browsers (werden
Cookies akzeptiert, ist ActiveX,
JavaScript, VBScript aktiviert
usw.)
-
Farbtiefe, Schriftarten, Bildschirmauflösung,
eingestellte Uhrzeit, Datum
uvm.
-
installierte Zertifikate
-
installierte Schriftarten
-
Verschlüsselung
-
css-Informationen (welche Webdokumente
verarbeitet werden können)
-
ob selbst definierte Cursor
angezeigt werden können
-
welche DirectX-Version installiert
ist
-
welcher E-Mail Client als Standart
gesetzt ist
-
Informationen über den Real-Player
(falls installiert)
-
Informationen über den Quick-Time
Player (falls installiert)
-
Informationen über den Windows
Media Player
-
etc.
Die Liste könnte noch ellenlang
fortgeführt werden, aber wie man
jetzt schon sieht, unterhält sich
der Browser recht rege mit dem Webserver.
Übrigens, es wurden während dieser
Browsersession bereits
und du kommst von der Seite:
Browser-Spy
Diese kleine Demonstration zeigt
einen Teil der Informationen, die
ein Browser beim Besuch einer Webseite
an den Web-Server sendet.
Vorgesehen sind die Informationen
eigentlich dazu,
um den Nutzer z.B. auf eine für
seinen Computer abgestimmte Webseite
zu leiten oder direkt die passende
Software für sein Betriebssystem
anzubieten.
Gleichzeitig ermöglichen es diese
Informationen aber auch, fast jeden
Internetnutzer immer wieder zu erkennen
und sind auch bei einem
automatisierten Angriff dienlich,
da mit ihrer Hilfe eventuell noch
vorhandenen Sicherheitslücken von
Browser oder Betriebssystem sofort
erkannt und mit passenden Exploits
gezielt ausgenutzt werden können.
Anonymität
im Internet gibt es nicht mehr.
Auch die letzte Privatsphäre wird
mit dem neuen Bestimmungen der Vorratsdatenspeicherung
ab dem 1. Januar 2008 zunichte gemacht.
Demnach müssen
alle Telekommunikationsanbieter
sämtliche Verbindungsdaten von Telefonen,
Handys und Internetzugängen für
ein halbes Jahr speichern, um diese
Strafverfolgern zur Verfügung stellen
zu können. Jede Aktivität im Internet
wird daher protokolliert, ob E-Mails
versendet oder empfangen werden
oder auf welche Webseite wann von
welcher IP aus zugegriffen wurde.
Es ist zwar
möglich über einen zwischengeschalteten
anonymen Proxy-Server, letzteres
zu erschweren, jedoch sind diese
Dienste kostenpflichtig, verlangsamen
drastisch die Internetverbindung
und im Falle einer kriminellen Handlung
sind auch diese Unternehmen zur
Herausgabe der Daten verpflichtet.
2. Verhaltensspionage
des
Internetnutzers
durch Session-IDs
Mit Session-IDs kann
der Webseiten-Betreiber seinen Besucher
oder Kunden während einer Online-Session
markieren. Dazu wird beim ersten
Aufruf der Seite eine Zufallszahl
vom Server erzeugt und an den Browser
des Anwenders geschickt. Der wiederum
sendet nun mit jedem weiteren Seitenaufruf
seine Session-ID zurück an den Server,
so dass der Besucher während seines
gesamten Aufenthalts auf der Webseite
eindeutig identifiziert werden kann.
Begründet wird ein solches Vorgehen
oft damit, dass man dem Kunden dadurch
mehr Komfort bieten kann. Beispielsweise,
um noch während eines Online-Einkaufsbummels
weitere Tipps zu geben. Legt der
Kunde ein Produkt in den Warenkorb
kann mit den gesammelten Daten seiner
Reise durch den Shop auf weitere
Produkte hingewiesen werden, für
die sich speziell dieser Kunde zu
interessieren scheint. Etwa: "Kunden,
die diesen Artikel gekauft haben,
kauften auch ... ". Kommt das nicht
bekannt vor? In Wirklichkeit
aber dienen Session-IDs dazu, das
Surfverhalten der Webseiten-Besucher
zu protokollieren und zu analysieren.
So können geschickte Webmaster den
Aufbau ihrer Seite und ihr Angebot
recht gezielt optimieren und den
Absatz ankurbeln, wirklich gefährlich
sind Session-IDs nicht. Nach dem
Schliessen des Browserfenster ist
meistens auch die Session-ID gelöscht.
Nur selten werden Session-IDs dauerhaft
in sogenannten Cookies gespeichert.
durch Cookies
Die typische Anwendung von Cookies
ist das Speichern persönlicher Einstellungen
auf Webseiten, vor allem in Foren.
Damit ist es möglich, diese Website
zu besuchen, ohne jedes Mal die
Einstellungen erneut vornehmen zu
müssen.
Auch Online-Shops verwenden Cookies,
um so genannte virtuelle Einkaufskörbe
zu ermöglichen. Der Kunde kann damit
Artikel in den Einkaufskorb legen
und sich weiter auf der Website
umschauen, um danach die Artikel
zusammen online zu kaufen. Cookies
dienen auch der Sicherheit. Da man
sich bei manchen Websites per Passwort
einloggen kann, werden Cookies gesetzt,
um genau diesen Nutzer eindeutig
zu erkennen und damit nicht bei
jedem Aufruf einer Unterseite das
Passwort erneut eingeben werden
muss. Häufig werden Login-Informationen
über eine Session-ID (Zahlenfolge),
die nur für eine Session gültig
ist in einem Cookies gespeichert.
Das ist sicherer und weniger aufwändig,
als diese Informationen jeder URL
hinzuzufügen und damit Unbefugten
den Zugriff auf geschützte Inhalte
zu erleichtern. Die eindeutige
Erkennung kann allerdings auch ausgenutzt
werden. Cookies werden dabei dazu
verwendet, um Benutzerprofile über
das Surfverhalten zu erstellen.
Ein Online-Shop kann z. B. diese
Daten mit dem Namen des Kunden verknüpfen,
wenn man Kunde bei ihm ist, und
Zielgruppenorientierte Werbe-E-Mails
schicken. Man sollte aber nie vergessen,
dass ein Cookie keine Informationen
beinhalten kann, die der Anbieter
nicht zuvor erhalten hat.
Marketingfirmen, die bei vielen
Websites Werbebanner haben, können
mit so genannten "serverfremden"
Cookies sogar über einzelne Websites
hinweg den Benutzer verfolgen.
Das verwerfliche
daran ist, das der Nutzer darüber
nicht informiert wird und dass diese
Aufzeichnungen heimlich erfolgen.
Werbefirmen, wie Doubleklick, nutzen
diese Möglichkeiten rigoros aus,
deshalb werden derartige Cookies
von Anti-Spyware-Programmen zu Recht
auch als Data Minor (kleine Datensammler)
identifiziert.
durch Super-Cookies
Im Grunde weiss eigentlich jeder
Internet-Nutzer, dass es von Zeit
zu Zeit zur Wahrung der Privatsphäre
von Nutzen ist, die gespeicherten
Cookies zu löschen. Natürlich ist
das regelmässige Löschen der Cookies
den Datensammlern ein Dorn im Auge
und so wurden die LSOs (Local Shared
Objects) entwickelt.
Diese auf Flash-basierende Objekte
werden von Browsern nicht als Cookies
erkannt und somit auch nicht gelöscht.
Aber selbst löschen reicht hier
nicht immer aus. Die Firma United
Virtualities Inc. hat zusätzlich
eine Technik entwickelt, mit Hilfe
von LSO-Files vom User gelöschte
Cookies wiederherzustellen.
Flash-Cookies unterstehen den selben
Regeln wie herkömmliche Cookies,
sind aber in der Lage, wesentlich
mehr Informationen zu speichern.
Bisher gibt es einzig für den Firefox
eine Erweiterung (Objection),
die den Umgang mit Super-Cookies
managed.
Im Web2.0-Zeitalter werden auf Webseiten
wie YouTube bevorzugt, weil vom
Nutzer in der Regel unbemerkt, Super-Cookies
verwendet und für Marketing-Zwecke
auch von Drittanbietern genutzt.
Schon Macromedia, Erfinder von Flash
ist von dem möglichen Missbrauch
der Technik wenig angetan und hat
eine ausführliche
Anleitung veröffentlicht, wie
Flash-Cookies ausgeschlossen werden
können.
Wer beispielsweise eine Webseite
wie YouTube besucht, klickt dazu
mit der rechtem Mausklick in ein
Video und öffnet im Kontextmenü
die Einstellungen. Nach einem Klick
auf das Ordner-Symbol finden sich
dort die Einstellungen, wie viele
Informationen zBsp. YouTube auf
der Festplatte speichern darf. Der
Schieberregler sollte auf 0 geschoben
werden und das Häkchen vor "Nie"
gesetzt sein.
DOM Storage in Firefox
Ein weiteres, umgangssprachlich
als Super Cookie bezeichnetes Speicherobjekt,
bringt Firefox 2 mit sich. Es ähnelt
einem http-Cookie, hat jedoch wesentlich
mächtigere Möglichkeiten.
Während das bekannte http-Cookie
auf 4 KB beschränkt ist, liegt die
maximale Grössenbegrenzung von "DOM
Storage"-Cookies bei grosszügigen
5 Megabyte. DOM Storage lässt sich
jedoch in der internen Konfiguration
von Firefox
deaktivieren.
|
durch Webbugs
Webbugs
sind eigentlich keine wirklichen
Cookies, finden sich jedoch
häufig auf Webseiten und
HTML Werbe-E-Mails und können
ähnlich verwendet werden.
Manche
Firmen verschicken nicht
nur ungefragt Werbemails,
(dieses "Spamming" ist übrigens
strafbar) sondern bauen
in ihren HTML-Mails diese
Web-Bugs ein. Damit werden
kleine, nur 1 mal 1 Pixel
grosse, transparente Bilder
bezeichnet, die mit einer
bestimmten Webseite verknüpft
sind. Diese Seite kann beim
Abruf des Bildes (also beim
Öffnen der Mail) feststellen,
wann und von wo aus dies
geschieht. Ebenso lässt
sich feststellen, auf welchen
Seiten der Empfänger vorher
war.
Betreiber einer Webseite
können durch das Einbinden
eines Web-Bugs, ohne Zugriff
auf die Logfiles des Servers
zu nehmen, Informationen
über die Besucher erhalten.
So werden auf zahlreichen
Internetseiten Zähler (Counter)
verwendet, die auf dem selben
Prinzip aufbauen, aber bei
jedem neuen Besucher ein
neues "Bild", d.h. eine
um eins erhöhte Zahl darbieten.
Versender von UBE/UCE
können (sofern der Mail-Client
des Empfängers eine entsprechende
Sicherheitslücke aufweist)
durch Einbau eines Web-Bugs
in die E-Mail ermitteln
- ob eine E-Mail-Adresse
gültig ist - dass und
wann die E-Mail gelesen
wurde - welchen Browser
und welches Betriebssystem
verwendet wird. - welche
IP-Adresse, damit den ISP-Provider
und darüber möglicherweise
sogar den Wohnort.
Sammelt
man solche Daten über längere
Zeit, lässt sich ein sehr
genaues Verhaltensprofil
des "Opfers" erstellen.
Auch deshalb sollte man
sein E-Mail-Programm so
konfigurieren, dass VBS-und
JavaScript-Dateien nicht
ausgeführt werden. Gegen
Webbugs in Webseiten bieten
lokale Webfilter, wie z.B.
Proxomitron Schutz oder
man konfiguriert das E-Mail
Programm gleich so, dass
nur noch eine Textansicht
der E-Mails dargestellt
wird.
|
|
durch Spyware
Als Spyware wird Software bezeichnet,
die auf dem Rechner heimlich etwas
macht, was der Anwender wohl nicht
gestatten würde, sowie Daten an
andere überträgt, die der Anwender
mutmaßlich lieber für sich behalten
würde. Darunter fallen "Hijacker",
"Backdoors" oder "Keylogger", aber
auch so genannte "Tracking Cookies".
Spyware wird oft in einer anderen
Software integriert, um diese dann
augenscheinlich kostenlos anzubieten.
Im harmlosesten Fall dient Spyware
nur dazu, das Surf-Verhalten oder
Suchanfragen im Internet zu analysieren,
um gezielt Werbung oder Popups einzublenden,
die den Interessen des Benutzers
angepasst sein sollen. Die Firmen
erhoffen sich daraus eine Steigerung
der Wirksamkeit dieser Werbemethoden.
In weniger harmlosen Fällen werden
aber auch bei der Installation wichtige
Systemdateien des Betriebssystems
einfach überschrieben, so dass eine
Deinstallation der Spyware nahezu
unmöglich wird, ohne das System
gleich mit zu zerstören. Oft werden
auch Einstellungen geändert, die
sich nicht mehr rückgängig machen
lassen. Dazu kommt, das viele Spyware-Programme
so schlampig programmiert sind,
dass ständige Fehlermeldungen die
Tagesordnung werden.
Spyware installiert sich wie
ein vergleichbares Trojanisches
Pferd vom Benutzer meist unbemerkt.
Das verwerfliche dabei ist: dem
Benutzer ist dabei nicht bewusst,
dass Daten seines Verhaltens über
seinen Computer versendet werden.
Er weiss auch nicht welche Daten
gesendet werden, er weiss nicht
wohin und er weiss nicht zu welchen
Zweck diese verwendet werden sollen.
Zur Erinnerung: Ein
Trojanisches Pferd (kurz Trojaner)
ist eine Kombination eines (manchmal
nur scheinbar) nützlichen Wirtsprogramms
mit einem versteckt arbeitenden,
bösartigen Teil, oft eben derartige
Spyware.
durch Adware:
Als Adware (zusammengesetztes Wort:
advertising, engl. für "Werbung",
plus "Software") bezeichnet man
(üblicherweise kostenlose und funktionell
uneingeschränkte) Software, die
dem Benutzer zusätzlich zur eigentlichen
Funktionalität Werbebanner oder
Werbe-Popups zeigt. Diese Werbeeinblendungen
lassen sich normalerweise nicht
abschalten und sind meist immer
sichtbar. Der Hersteller der Software
finanziert diese durch den Verkauf
von Werbeeinblendungen Dritter.
Oft gibt es auch eine Option, gegen
Bezahlung eine werbefreie Vollversion
zu erhalten. (nutzt zBsp. der Browser
Opera) Da es Programme gibt,
die sowohl Adware als auch Spyware
sind, wird Adware oft mit Spyware
gleichgesetzt. Prinzipiell hat das
Anzeigen von Werbung und das Auswerten
von Benutzerdaten jedoch nichts
miteinander zu tun.
Warum wird
Spyware oft nicht von einem Virenscanner
erkannt?
Spyware beinhaltet
keinen zerstörerischen Code, der
auf einen Virus hinweist. Oft wird
in der EULA bei der Installation
indirekt auf diese Komponenten hingewiesen,
indem die Software beispielsweise
als "Werbefinanziert" bezeichnet
wird.
Das Freeware-Tool
Ad-Aware scannt nach Spy- und
Adware Komponenten, sowie Registrierungseinträge
und kann "befallene" Software in
vielen Fällen auch reparieren.
Der Online
Spyware Scanner
Dieser Spyware
Scanner untersucht deinen Rechner
online auf Werbe-Trojaner oder Spyware,
die sich oftmals in Browsererweiterungen
(Add-Ons) für den Internet Explorer
befinden, um so unbemerkt Daten
zu sammeln und zu versenden.
Es werden
etwa 370 Spyware Komponenten erkannt.
Der Spyware Online-Check funktioniert
nur mit dem Internet Explorer bei
aktivierten JavaScript und AktiveX
(Sicherheitseinstellungen auf "Mittel").
Am Computer werden dabei keine Änderungen
vorgenommen. Dieser Scanner ersetzt
keine Tools wie
Ad-Aware, da keine Spyware Komponenten entfernt werden können.
|