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  • Die potentiellen Schädlinge 

1. Was sind Computerviren?

Bei Computer-Viren handelt sich um kleine Programme, die sich wie biologische Viren selbst vervielfältigen und ausbreiten, ohne dass der PC-Benutzer etwas davon merkt. Je nach Art und Weise des Befalls werden Viren nach Gattungen unterteilt: Es gibt Trojanische Pferde, Makro-, Boot- und Javaviren.


Wie der Schädling sein Unwesen treibt
Das Programm hängt sich an andere Programme an oder schreibt sich in den Bootsektor einer Diskette oder Festplatte. Beim Ausführen einer infizierten Datei wird der Virus dann aktiv. Die Infektion erfolgt dabei beim Laden.


So genannte Dateiviren hängen sich vorwiegend an .COM- und .EXE-Dateien an. Die Infektion erfolgt beim Laden der Dateien, also durch Aufruf des Programms. Bei den Bootsektorviren wird der Bootsektor von Datenträgern (dort liegt das Programm, welches das Laden des Betriebssystems veranlasst) befallen. Die Übertragung geschieht durch infizierte Disketten.

 

Sehr beliebt: Die Makro-Viren
In der Sprache für Makros (einfache Programme zur Automatisierung von Abläufen) geschriebene Viren werden automatisch beim Öffnen eines Makro-Dokuments gestartet. Das Makrovirus kopiert sich dann in jeden abgespeicherten Text, z.B. eines Word-Dokumentes. Andere Varianten, wie zum Beispiel die Mail-Würmer, versenden sich beim Aufruf an alle Einträge im E-Mail-Adressbuch. Java-Viren hingegen infizieren bestimmte Dateien, die für die Ausführung von Java-Programmen gebraucht werden.

 

Würmer sind kleine, eigenständige, sich selbst verbreitende und reproduzierende Programme, die ein befallenes Computer-System ganz gezielt an einer bestimmten Stelle manipulieren können.
Die Verbreitung erfolgt meistens als angehängte Datei in einer E-Mail. Wird der Anhang geöffnet, so wird das Programm aktiviert. Der aktive Wurm beginnt sofort das Adressbuch des E-Mail-Programms (meist Outlook oder Outlook Express)

auszulesen und verschickt sich automatisch per E-Mail an alle Einträge weiter. Die E-Mail enthält einen harmlosen Text und den infizierten Dateianhang. Mit dieser Methode ist ein Wurm in der Lage sich in kürzester Zeit rasant und grossräumig auszubreiten.
Würmer können vielfältige Schadensroutinen enthalten, die unterschiedliche Ziele haben. Dabei steht heute nicht einmal mehr so sehr die Zerstörung von Daten eines befallenen Systems im Vordergrund.

 

 

  Gefahren innerhalb Rootkits

Schadsoftware wird in der letzten Zeit immer raffinierter. Ein Rootkit ist ein Programm oder ein Paket von Programmen, das benutzt wird, um dessen Anwesenheit auf einem Computer zu verbergen und Zugriff auf das System gewährt. Dazu ändert das Rootkit interne Abläufe des Betriebssystems oder es manipuliert Datenstrukturen, auf die sich das Betriebssystem beim Verwalten und Überprüfen verlässt.
Der Windows-Kern kennt zwei Modi, in denen Code ausgeführt werden kann, den unprivilegierten User-Mode und den privelegierten Kernel-Mode.

 

Windows-Rootkits lassen sich entsprechend den Privileg-Stufen in zwei Kategorien einteilen. User-Mode-Rootkits laufen als separate Applikation oder innerhalb einer existierenden Applikation. Ein Kernel-Mode-Rootkit hat alle Befugnisse des Betriebssystems und korrumpiert damit das gesamte System.
Als Rootkit installiert ist es einem Schadensprogramm möglich, Schadens-Routinen zu verfolgen und gleichzeitig dem System vorzugaukeln, dass Abläufe gar nicht oder wie vom System geplant stattgefunden haben.

 

Es gibt nur wenige Programme, die Rootkits nicht im Sinne so etwas Negatives verbergen zu wollen, nutzen. Die Undelete-Funktion der Norton Utilities, die gelöschte Dateien wieder herstellt, nutzte bislang ein Rootkit. Dazu wird im Papierkorb der Ordner "nProtect" angelegt, wohin beim Leeren des Papierkorbs die gelöschten Dateien verschoben werden, dabei bleibt das Betriebssystem im Glauben, die Dateien wären endgültig gelöscht. Der Ordner "nProtect" existiert für Windows nicht.

 

 

Ein herkömmlicher Virenscanner hätte wenig Chancen, Viren als Rootkit installiert zu erkennen, da er selbst von dem korrumpierten Kernel abhängig ist. Die Hersteller von Antiviren-Software werden deshalb in naher Zukunft umdenken und die Scannertechnologien anpassen müssen. BlackLight von F-Secure ist einer der ersten Tools, die schädliche Rootkit Installationen aufspüren und entfernen.


 

2. Trojanische Pferde

Ein Virus richtet meist sehr schnell Schäden an, die der PC-Nutzer schnell entdeckt, Trojaner arbeiten aber im Hintergrund und werden oft sehr spät oder manchmal auch gar nicht entdeckt. Ein Trojaner mit Remote-Funktion erlaubt dem Eindringling vollständigen Zugriff auf den infizierten Rechner.

 

Im Gegensatz zu Würmern verbreiten sich Trojaner nicht von selbst, eine Infektion wird manuell durchgeführt. Man muss also das Opfer dazu bringen, sich selbst zu infizieren, was auf verschiedenen Wegen erfolgen kann. Während früher ein Trojaner hauptsächlich heimlich mit anderen Applikationen mitinstalliert wurde, vielleicht mit einem Spiel oder einem angeblich so nützlichen Tool, welches per E-Mail versendet wurde oder von diversen Webseiten herunterzuladen war, versucht man heute auch, sich Sicherheitslücken zu Nutze zu machen, um mit Hilfe eines Wurms und Skripten einen Trojaner aus einer Quelle im Web nachzuladen und zu installieren.

Das Opfer bekommt die Infektion nicht mit, da sich ein solcher Trojaner tarnt (daher der Name). Einen Trojaner kann man oft nicht als laufenden Task im Task-Manager erkennen. Vielfach hat er nicht einmal mehr eine .exe oder .com Dateiendung. Bekommt man ihn als Task dann doch angezeigt, hat er oft einen ähnlichen Namen, wie ein notwendiger Windows Dienst.

Wer wissen möchte, wo Windows Programme beim Start lädt werden, kann dies hier erfahren.

 

Die Arbeitsweise eines Trojaners:

Ein Trojaner besteht aus 2 Segmenten, Client und  Server. Wenn jemand beabsichtigt, auf einen fremden PC zugreifen zu wollen, so muss er zuerst den Server dort installiert bekommen.

Mit den verschiedenen Trojanern sind auch die verschiedensten Möglichkeiten offen, was mit dem PC eines Opfers angestellt werden kann. Die Liste reicht über Passwörter ausspähen, einen Screenshot anfertigen, dem Opfer Textbotschaften senden, Dateien verwalten, erstellen, verändern oder löschen usw. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Nicht zuletzt sind viele Trojaner als Fernwartungs-Tools für den PC entwickelt worden.

Hier ist ein Screenshot von der Oberfläche eines vor einiger Zeit recht beliebten Trojaner-Clienten:  

 

 

Während Trojaner der älteren Generationen rudimentär dazu geschaffen waren, einfach einen PC fernzusteuern, ist es heute eher Ziel dem infizierten Rechner unbemerkt Aufgaben ausführen zu lassen.

Bei Bedarf wird ein infizierter Rechner weitere schädliche Software mit den gewünschten neuen Funktionen einfach aus dem Internet nachladen.

So kann ein Rechner vielleicht heute dazu benutzt werden, gespeicherte Passwörter zu versenden und sich am nächsten Tag einem Botnetz anschliessen, um gemeinsam mit vielen anderen Rechnern ferngesteuert Millionen Phishing-E-Mails zu verschicken.

 

 

 Gefahren innerhalb Tauschbörsen

 

Seit einiger Zeit nimmt die Verbreitung von Würmern auch innerhalb Tauschbörsen zu. Würmer nach Art des im April 2004 aufgetauchten "Phatbot", können in P2P-Netzwerken recht effektiv verbreitet werden und sind auch für Anti-Viren Software nur schwer auszumachen, da er Rootkit-Funktionen für Windows (Process Hide) mitbringt, um seine Existenz zu verbergen und sehr Variantenreich ist. Mit Würmern, wie "Phatbot", die unbemerkt, Hintertüren eines infizierten Rechners öffnen, lassen sich fremde Systeme fernsteuern, die dann zu tausenden als "willenlose Bots" in einen IRC-Botnetz ferngesteuert, ihre zerstörerischen Aktionen durchführen können.

Noch dazu ist die Vielfalt der Funktionen dieses Wurms nahezu unermesslich und neue Exploits können jederzeit nachgeladen werden. Ebenso erkennt er das Vorhandensein diverser Debugger zuverlässig. Zudem läuft der Schädling auch unter Linux. Schließlich können sich die einzelnen Clients in einem Peer-to-Peer Netzwerk organisieren und den Verkehr SSL-verschlüsselt übertragen.

 

Der Wurm konnte sich über eine Sicherheitslücke in ungepatchen Systemen sehr rasch verbreiten, ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, nicht nur Antiviren-Software aktuell zu halten, sondern auch den Rechner regelmässig mit Sicherheitsupdates zu versorgen und sich bewusst zu sein, dass jeder Einzelne auch eine gewisse Verantwortung im Netzwerk "Internet" trägt.

 

3. Sicherheitsrisiken durch AktiveX, VB-Scripte & JavaScript

  ActiveX Controls

 

In unserer multimedialen Welt sollten die Webseiten mit dem Internet Explorer noch schöner, interessanter und vor allem interaktiver und bewegter werden. Man erfand dafür die ActiveX-Controls. Das sind ausführbare Programme, mit denen sich verschiedene Dinge realisieren lassen - und das direkt auf dem heimischen PC. Eine bekannte AktiveX-Anwendung ist etwa das Plug-in für Macromedias Flash-Player (sollte auf keinen Rechner fehlen), das Animationen in Webseiten ablaufen lässt, so wie auch der animierte Text am Anfang dieser Seite. Auch Online-Virenscanner bedienen sich der AktiveX-Technik.

 

Der Nutzer ist, einer Webseite nichts ahnend vertrauend, nach der Installation eines boshaft eingesetzten ActiveX-Elementes, dessen Aktivitäten praktisch schutzlos ausgeliefert, denn im Gegensatz zu Java-Applets, die nur in einer geschützten Umgebung (Sandbox) ablaufen, dürfen ActiveX-Controls Programme aufrufen und auf Dateien und Systemfunktionen zugreifen. Einfach audgedrückt bekommt ein AktiveX-Element die gleichen Rechte zugewiesen, wie der angemeldete Windows-Benutzer des Computers. Viele Dialer installierten sich bereits auf diesen Wege.

 

Eine grosse Zahl der Sicherheitslücken des Internet Explorers haben ihre Ursache in AktiveX! Der Logik nach sollten AktiveX daher eigentlich deaktiviert werden! Allerdings entgehen einem dann auch verschiedene Animationen oder unter Umständen werden ganze Webseiten nicht mehr angezeigt.

Um das Vertrauen zu AktiveX zu erhöhen, hat Microsoft die Zertifikate eingeführt, welche die Herkunft der Anwendung bestätigen. Ein Zertifikat sagt jedoch nichts darüber aus, was die Anwendung eigentlich macht und ob sie riskant ist. Trotzdem sollte man sich ein solches Zertifikat unbedingt ansehen, will man etwas installieren und ist sich nicht wirklich sicher.

 

Misstrauisch sollte man auf jeden Fall sein, wenn Hersteller und Zertifizierungstelle identisch sind. Hier bescheinigt im Grunde der Programmierer der Anwendung seine eigene Identität.

Installierte AktiveX befinden sich im Verzeichnis "Downloaded Program Files" im Windows Verzeichnis. Ein Doppelklick auf die Datei zeigt von welcher Webseite sie stammen, mittels Kontextmenü lassen sie sich löschen.

 

  Tipps

Ist die Standardeinstellung für Sicherheit des IE (Internetoptionen -> Sicherheit) aktiv, wird eine Warnmeldung vor dem Download von AktiveX-Steuerelementen eingeblendet. Dort kann man sich mit einem Klick auf den Link des Herstellernamen das Zertifikat ansehen.

Niemals leichtfertig auf: "Inhalt von <Name> immer vertrauen" klicken. Dann wird das Zertifikat dauerhaft installiert.

Hat man irrtümlicherweise ein AktiveX-Element installiert, welches dann doch nicht den Vorstellungen entspricht, bekommt man nach dem Entfernen keine erneute Warnmeldung mehr angezeigt, sollte eine Webseite dieses Element erneut anbieten. Es wird sofort unbemerkt heruntergeladen und installiert. Bereits installierte Zertifikate kann man bei den Internetoptionen unter:  "Inhalte"-> "Zertifikate" nachschauen. Dort können sie auch wieder entfernt werden.

 

Beispiel einer Sicherheitswarnung für ein AktiveX

 

 

Hier ein gültiges Zertifikat:

 

 

 

Skripte

 

Skripte nennt man Programme, die in Skriptsprachen (ua. JavaScript, VBScript, Visual Basic), oft nur als Quelltext geschrieben sind. Skriptsprachen sind Programmiersprachen, die hauptsächlich für kleine und überschaubare Programmieraufgaben gedacht sind. Theoretisch können Skripte (oder Scripte) aber fast beliebige Aktionen auf dem Rechner ausführen, gedacht dem Computer-Nutzer bestimmte Aufgaben zu erleichtern oder zu automatisieren. Gerade diese Fähigkeit birgt ein gewisses Risiko, da es bei einigen Skriptsprachen keine Unterscheidung zwischen Code und Daten gemacht werden. Der normale PC-Nutzer merkt meistens nicht einmal, zu welchem Zweck, aus welcher Quelle oder das überhaupt gerade ein Skript eingesetzt wird.

Mit Hilfe von Skripten ist es möglich Programmcode online nachzuladen,  zu installieren und zu starten. Das kann, wenn in bösartiger Absicht geschehen, auch schädlicher Programmcode aus irgend einer zweifelhafter Quelle im Internet sein, zum Beispiel einen Wurm oder Trojaner.

Deshalb sind Browserhersteller immer bemüht einen Browser so zu programmieren, dass risikoreiche Aktionen von Skripten mit Warnhinweisen gekennzeichnet werden oder rein bösartige Skripte gar nicht erst ausgeführt werden können.

Jedoch werden immer wieder neue Sicherheitslücken gefunden, durch die ein bösartiges Skript doch noch etabliert werden kann.

 

Sehr beliebt ist dabei das Browser-Hijacking, wobei mittels Skripten auf einer Webseite unter Ausnutzung von Sicherheitslücken ein bösartiges Programm installiert wird. Dabei werden die Einstellungen des Internet Explorers so verändert, dass beim Start des Browsers Werbeseiten angezeigt werden, oder eingegebene Adressen zunächst auf Werbeseiten landen. Browser Hijacker sind mehr als ein kosmetisches Ärgernis, weil diese Schädlinge oft im Hintergrund permanent weitere Schädlinge nachladen, die ihrerseits wieder neue Aktivitäten entfalten. Oft setzen sie sich hartnäckig im System fest, indem sie Registrierungsschlüssel ändern oder anlegen. Browser Hijacker können mit Tools wie HighjackThis oder Ad-Aware gefunden und entfernt werden.

Bedauerlicherweise bot der Internet Explorer lange Zeit nur die Option an, Active Scripting gleich ganz zu deaktivieren, was zwar 100%ige Sicherheit gegen Skripte verspricht aber genauso unsinnig wäre, wie das Deaktivieren von AktiveX-Elementen, da so zu viele Inhalte in Webseiten nicht mehr angezeigt werden können. Wenigstens kann man seit dem Service Pack 2 für Windows XP nun auch das binär- und Skriptverhalten beeinflussen.

 

 

Eine andere Möglichkeit wäre, den Browser mit Webfiltern wie den Proxomitron zusätzlich etwas abzusichern. Dieser Webfilter kann bestimmte Skripte deaktivieren, so dass der Funktionsumfang des Browsers weitgehend erhalten bleibt, bestimmte Skripte aber nicht mehr ausgeführt werden. Dazu aber später mehr.

 

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