1. Webdialer
Da haben sich schon so einige
gewundert ...
... nach einer Surftour durchs
Internet ist ein neues Icon neben der Uhr in der
Taskleiste aufgetaucht oder auf dem Desktop ist
plötzlich ein noch nie dort gewesenes Symbol zu sehen.
Schuld daran könnte ein Dialer
oder Einwahlprogramm sein, welches sich auf dem Rechner
eingenistet hat.
Man sollte sich immer vor Augen halten: genauso wie im richtigen Leben gibt es auch im
Internet nicht mehr viel gratis, zumindest sollte man nicht
mehr grundsätzlich davon ausgehen.
Hier ein Beispiel:
Ein "Klick" auf ein harmloses Werbebanner, weil
das Angebot interessant scheint. Vielfach wird
dort sogar angepriesen, alles kostenlos nutzen zu
dürfen.
Aber
Vorsicht, wenn zur Nutzung des Angebotes erst einmal eine
so genannte "kostenlose Zugangssoftware", manchmal auch
verharmlosend als "Browser-Plug-In" bezeichnet,
installiert werden soll. In
vielen Fällen startet der Download und auch die Installation
automatisch, wenn eine vorhergehende
Sicherheitsabfrage mit "ja" beantwortet wird. Was
vielleicht nicht sofort bemerkt wird ist, dass die angebotene Zugangssoftware einen sog.
"Webdialer" installiert, der die
eigene Internetverbindung durch eine teure 0900er
Verbindung ersetzt, über die dann auf auf das Angebot
zugegriffen werden kann.
Immer öfter tauchen im Netz auch einfache Anmeldefenster auf in
denen man in ein Eingabefeld "OK" eintragen soll. Damit
wird jedoch schon das Skript bestätigt, welches den
Dialer nicht nur herunterlädt, sondern danach auch ohne
eine weitere Bestätigung installiert und ausführt. Man
bekommt davon also gar nichts weiter mit. Mit seinem OK
bestätigt man zusätzlich auch die Nutzungsbedingungen.
zumindest
die hohe Telefonrechnung ist hier garantiert!

Der teuerste Dialer berechnete pro Einwahl
ins Netz seinerzeit satte 900 €! Er war als
"whirlpool.exe" bekannt, muss allerdings zunächst
heruntergeladen und manuell installiert werden. Ein anderer
brachte es immerhin auf 80 Euro pro Minute. Die folgende Telefonrechnung wird dann natürlich eine
Überraschung und die Beweispflicht, wenn reklamiert
werden soll, liegt beim Nutzer.
Andererseits gibt es auch seriöse Einwahlprogramme. Sie informieren aber
welche Einwahlnummer gewählt wird und welche Gebühren
dabei anfallen.
Man
sollte deshalb immer auf die Dateiendung achten, wenn eine Datei
heruntergeladen wird. Wenn ein Bild erwartet wird, so kann die Dateiendung nicht auf .exe oder .scr
lauten.
Vor
allem nicht einfach blind jede Sicherheitsabfrage mit
"ja" bestätigen.
Viele Dialer versuchen sich durch AktiveX-Elemente
(hier
mehr zu AktiveX) zu installieren.
Man kann sich weiterhin schützen, indem man beim
Internet Explorer in den Internetoptionen unter
Sicherheit den Download von AktiveX-Steuerelemente deaktiviert
oder wenigstens auf Eingabeauforderung setzt,
sodass eine unbemerkte Installation
unterbleibt.
Der
einzige immer zuverlässige Schutz gegen ungewollte
0900er Dialer-Aktivitäten ist jedoch letztendlich das
Deaktivieren der 0900er Nummern am eigenen
Telefonanschluss durch die Telekom.
Info:
Kostenpflichtige
Dialer dürfen nur noch
über die Rufnummerngasse (0)900 9 betrieben werden. Alle
kostenpflichtigen Dialer, die über andere
Rufnummerngassen betrieben werden, sind in
Deutschland definitiv illegal.
Glücklicherweise hat der Gesetzgeber auch den Einsatz von
Einwahlprogrammen verbraucherfreundlicher gestaltet. So müssen Dialer von
der Bundesnetzagentur zugelassen sein, hat ein Dialer diese Zulassung nicht, besteht
keine Zahlungspflicht.
Verbraucherinformationen zu Rufnummernmissbrauch, Spam und Dialern stehen auf
der Website der
Bundesnetzagentur zur Verfügung.
CAPI-Dialer
Unruhe verbreiteten eine Zeit lang
so genannte CAPI- oder TAPI-Dialer.
Normale 0190/0900-Einwahlprogramme legen im DFÜ-Netzwerk des PCs einen neuen Eintrag an. Bei einem CAPI-Dialer ist dies nicht der Fall. Nach der Installation sprechen sie für die Einwahl ins Telefonnetz die Software-Schnittstelle einer ISDN-Karte (CAPI = Common Application Program Interface, TAPI = Telephony Application Program Interface) direkt an. Damit sind
CAPI oder TAPI- Dialer für den betroffenen Surfer kaum
noch feststellbar. Allenfalls bleibt hier die
Möglichkeit, die beiden ISDN-Kanäle ständig auf
Einwahlen zu überprüfen. Verbreitet wurden diese Dialer erstmals in Spam-E-Mails.
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