1. Malware
Da
haben sich schon so einige
gewundert ...
...
beim Surfen im
Internet warnt eine soeben aufgerufene Webseite, dass sich offenbar eine nicht
geringe Anzahl virenverseuchte Dateien auf dem eigenen Rechner befinden.
Gleichzeitig wird empfohlen, den Rechner mit einem bestimmten Virenscanner
gratis zu überprüfen. Die Überprüfung fällt dann gleichsam überraschend aus.
Eine ganze Liste von infizierten Dateien wird als Ergebnis angezeigt. Entfernen
kann der Virenscanner diese allerdings nur in der kostenpflichtigen Version, die
möglichst sofort zu erwerben ist. ...
Ein typischer Fall von "Scareware". Bei Scareware handelt es sich um Software,
welche darauf ausgelegt ist, Computerbenutzer zu verunsichern oder zu
verängstigen. Ein verunsicherter Nutzer ist schneller bereit einige Euros zu
bezahlen, um wie in diesem Beispiel seinen Rechner von den angeblich
"infizierten" Dateien zu reinigen. In diesem Beispiel ist die kostenlose
Software, die dem Nutzer glaubhaft machen soll, sein Rechner wäre mit einem oder
mehreren Computerviren verseucht, als "Scareware" zu bezeichnen. Zahlt das
verunsicherte Opfer die Vollversion, werden die Warnungen einfach nur
deaktiviert.
In weniger harmlosen Fällen hat der ahnungslose Nutzer nicht nur eine wertlose
Software erworben, sondern sogenannte "Malware", eine angeblich nützliche
Software, die neben ihrer propagierten Funktion unbemerkt ein oder mehrere
bösartige Funktionen installiert und damit den Computer selbst infiziert.
Als "Malware" (eine Wortschöpfung aus "malicious"=böartig und "Software")
werden Computerprogramme bezeichnet, die vom Benutzer unbemerkt unerwünschte
oder schädliche Funktionen ausführen. Die Schadfunktionen einer Malware kann zum
Beispiel die Manipulation, das Löschen von Dateien oder die technische
Kompromittierung der Sicherheitssoftware und anderen Sicherheitseinrichtungen
(beispielsweise Firewalls und Antivirenprogramme) eines Computers sein, aber
auch ungefragtes Sammeln von Daten zu Marketing-Zwecken, bis hin zum Ausspähen
von Passwörtern und Bankdaten.
Üblicherweise lassen sich die bösartigen Komponenten von Malware nicht
deinstallieren, sie bleiben auf dem Rechner auch nach dem Entfernen der Software
voll funktionsfähig zurück. Die Verbreitung von Malware kann auf die
verschiedenen Wegen erfolgen, der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Die
Verbreitung über Scareware ist nur Beispiel.
Die bösartigen Komponenten von Malware werden in verschiedenen Typenklassen
unterschieden. Man unterscheidet zwischen: Computerviren,
Computerwürmer, Trojanische Pferde (Trojaner), Backdoors,
Spyware oder Adware, sowie die anfangs beschriebene Scareware.
Häufig werden auch Dialer (Einwahlprogramme) unter dem Begriff Malware geführt,
wenn sie ihre Einwahl heimlich im Hintergrund durchführen und vom Benutzer
unbemerkt hohe Kosten verursachen. Dialer spielen heute im Zeitalter der
Breitbandverbindungen jedoch keine grosse Rolle mehr.
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