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Rootkit verursacht Bluescreens bei XP
Die Sicherheitsexperten von Symantec führen die aktuell
vermehrt auftretenden Bluscreens bei Windows XP-Systemen auf
ein Rootkit zurück.
Laut Symantec soll für viele der in den letzten Tagen
auftretenden Bluescreens bei XP-Systemen ein Rootkit mit
Backdoor Tidserv verantwortlich sein. Tidserv indfiziert
Low-Level-Kerneltreiber wie den IDE-Treiber atapi.sys, um
sich in ein System einzuschleichen. Einmal aktiv, lässt sich
das Rootkit auch nicht mehr mit einem einfachen Virenscanner
ohne weiteres aufspüren, daher fällt eine Infektion
betroffenen Anwendern fast nie auf.
Die Bluescreens traten nach dem von Microsoft in der
vergangenen Woche veröffentlichten Update MS010-015 vermehrt
auf. Microsoft bestätigte bereits das gehäufte Auftreten der
Bluescreens und stoppte die Verteilung des Updates zunächst,
ohne sich jedoch über die Ursache im Klaren zu sein.
Mittlerweile geht man bei Microsoft ebenfalls von einem
Schädling als Verursacher aus.
Offenbar tritt der Bluescreen auf, weil das Rootkit fest
kodierte, relative virtuelle Adressen (RVAs) benutzt, die
sich nach der Installation des Updates MS010-015 am
vergangenen Patchday unter Windows XP geändert haben. Als
Folge davon ruft das infizierte Kernel-Modul ungültige
Adressen auf, was wiederholt zu einem Seitenfehler und einem
Neustart des Rechners führt.
Symantec geht mittlerweile nicht mehr davon aus, dass das
Problem nur auf Windows XP beschränkt ist, auch ist es ohne
weiteres möglich, dass auch andere Kernel-Treiber von
Tidserv infiziert werden, die festcodierte Adressen
verwenden, wie etwa iastor.sys, idechndr.sys, ndis.sys,
nvata.sys und vmscsi.sys.
Nutzern dessen System auch im abgesicherten Modus nicht mehr
startet, schlägt Symantec vor, die möglicherweise
infizierten Treiber durch eine nicht infizierte Kopie aus
einem Backup zu ersetzen und nicht das Microsoft-Patch zu
deinstallieren. Auch ein Scan mit einer Boot-CD eines
Symantec-Produkts würde die Infektion erkennen und
reparieren können, jedoch ist das Risiko, dass Fehler bei
der automatischen Desinfizierung passieren, zu gross. Auch
wenn ein System erfolgreich repariert werden konnte, wird
betroffenen Anwender eine Neuinstallation nahegelegt.
(15.02.10, Heise)
Siehe auch:
Gefakter Virenscanner generiert Malware
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