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    Weitere Internetsperren gefordert


Nachdem erst vor kurzem für deutsche Internet-Nutzer kinderpornografischen Inhalte gesperrt sind, gibt es schon Forderungen auch weitere Inhalte zu sperren.

Eigentlich hat jeder geahnt, dass es eintreten würde, überraschend ist im Grunde nur, wie schnell es passiert. Kaum ist die erste Internetsperre in Betrieb, werden die Forderungen nach weiteren Sperren laut. So hat Heinrich Sievers, Leiter des Referats Glücksspiele im hessischen Innenministerium, auf dem Kölner Forum Medienrecht die gegenwärtige Situation aufs schärfste kritisiert.
Seiner Meinung nach wären die von den Internet-Providern eingerichteten Sperren, die sich "nur" gegen Kinderpornografie richten, nicht ausreichend und müssten auf weitere Bereiche ausgeweitet werden. Zusammen mit Vertretern des Buchhandels fordern auch Zugriffs-Blockaden gegen Urheberrechtsverletzungen und ausländische Glücksspielangebote.
Sievers sieht im Internet einen rechtsfreien Raum und rät zur Beseitigung grundrechtlicher bedenken den Providern, ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen dahingehend anzupassen, dass rechtswidrige Taten unterbunden werden können.

Interessant ist Sievers Ansicht bezüglich des Fernmeldegeheimnis. "Ich gehe davon aus, dass das Fernmeldegeheimnis nur für die Kommunikation zwischen Menschen und nicht für die Kommunikation zwischen Maschinen gilt", erklärte der Referatsleiter.
 


Christian Sprang, Leiter der Rechtsabteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, machte sich in erster Linie für eine Blockade gegen Angebote stark, die das Urheberrecht verletzen. Er warf den Providern vor, sie würden bewusst mit Anbieter von rechtsverletzenden Angeboten zusammenarbeiten, da dahingehend Werbung geschaltet werde. Die Internetwirtschaft könne ihren "guten Willen" beweisen, indem sie Angebote, wie Rapidshare, wo unter anderem auch urheberrechtlich bedenkliches Material zur Verfügung stehen könnte, zu verzichten. "Wenn man an solche Angebote herankommen will, die im Ausland sitzen, sehe ich keinen anderen Weg als Access-Sperren", erklärte Sprang. (29.04.09, Gulli)


Siehe auch:

Internet-Filter mit wenig Nutzen

Software identifiziert Pädophile

 

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