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Haftstrafen für Pirate-Bay-Betreiber
Der schwedische Staat und die Medienindustrie gewinnen die
erste Runde im Prozess gegen die Betreiber des berühmten
Torrent-Trackers "The Pirate Bay".
Die vier Angeklagten wurden heute von einem schwedischen
Gericht wegen Beihilfe zu schweren Urheberrechtsverletzungen
zu jeweils einem Jahr Haft und Schadensersatz in Höhe von
insgesamt 2,75 Millionen Euro verurteilt.
Mit dem Betrieb des Torrent-Trackers hätten sie die
Verstösse Dritter befördert, begründete das Gericht sein
Urteil. Die Haftstrafen wurden wegen der Grössenordnung der
Verstösse und der Ansicht des Gerichts, The Pirate Bay wäre
kommerziell orientiert, verhängt.
Dennoch wollen die Verantwortlichen von The Pirate Bay nicht
klein beigeben, sondern in Berufung gehen. Einer der
Angeklagten, Peter Sunde, verglich den Prozess mit "Karate
Kid". Den ersten Kampf verliert man, am Ende steht jedoch
das Happy End. "Es ist ziemlich bizarr, dass wir überhaupt
verurteilt wurden", so Sunde.
Insgesamt sehen die vier Angeklagten Peter Sunde (30),
Fredrik Neij (30), Gottfrid Svartholm (24) und Carl
Lundström (48) das Urteil relativ gelassen. Beide Seiten
beabsichtigen das Verfahren bis zum Schluss durch alle
Instanzen zu bringen. Bis zu einer rechtskräftigen
Verurteilung kann es daher noch eine Weile dauern, wenn es
überhaupt so weit kommt.
Bei der Medienindustrie knallen dagegen die Sektkorken. Man
geniest den ersten Erfolg in dem bislang erfolglosen Kampf
gegen The Pirate Bay. "Das Urteil gegen die Betreiber von
The Pirate Bay hat eine wichtige Signalwirkung", hofft
Stefan Michalk vom Bundesverband Musikindustrie. (17.04.09,
c't)
Siehe auch:
Überraschende Wende im Pirate-Bay-Prozess
Pirate-Bay
Prozess live im Internet
Musikindustrie will FileSharing Steuer
Filesharing:
Die meist abgemahnten P2P-Dateien
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