|
Internet-Filter mit wenig Nutzen
Der angekündigte Filter, der künftig Webseiten mit
kinderpornografischen Inhalten blockieren soll, kann zu
einfach umgangen werden.
Um kritische Web-Inhalte auszufiltern, soll in Deutschland
eine Technik eingesetzt werden, die bereits in
skandinavischen Ländern Anwendung findet.
Ein Bestandteil des Filters wird eine Liste von kritischen
Internet-Adressen sein, die vom Bundeskriminalamt erstellt
und täglich aktuell gehalten werden soll. Diese wird alle
Seiten enthalten, auf die beispielweise die Polizei
aufmerksam geworden ist.
Zukünftig werden Internet-Provider verpflichtet die über
ihre Server aufgerufenen Webseiten mit der Sperrliste
automatisch abzugleichen und gegebenenfalls den Aufruf einer
solchen Seite zu blockieren und stattdessen einen
Warnhinweis auszugeben. Eine solche Blockade lässt sich
relativ einfach bewerkstelligen, indem etwa die jeweilige
Domain-Adresse nicht mehr in die zugehörige IP-Adresse
übersetzt wird.
Das System hat jedoch noch zu viele Lücken. Über kleine,
regelmässige Änderungen der Internet Adresse könnte ein
solcher Anbieter den Filter immer wieder umgehen. Nutzt der
Anbieter für die Übersetzung seiner Domain in die IP-Adresse
alternativ einen Dienst wie OpenDNS, wird die Sperre
ebenfalls unwirksam. OpenDNS lehnt Blockaden jeglicher Art
nämlich kategorisch ab.
Letztlich wird ein Grossteil des kinderpornografischen
Materials ohnehin über private Private Netzwerke verbreitet.
Bei diesen sind derartige Art Filter grundsätzlich nicht
anwendbar, da die IP-Adressen ständig wechseln. (30.03.09,
Onlinekosten.de)
Siehe auch:
Software identifiziert Pädophile
Diese Meldung einem Freund senden
|