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Schwarze Bildschirme in China
Zum weltweiten Anti Piracy Day am 21. Oktober hat sich Microsoft
für China eine etwas drastische Massnahme einfallen lassen.
Um die Chinesen auf die unrechtmässige Nutzung von Software
aufmerksam zu machen, versagten Computer deren Windows-Betriebssystem
oder Office-Programm eine Online-Gültigkeitsprüfung nicht
bestehen, einmal pro Stunde ihren Dienst. Die Bildschirme
bleiben schwarz, nur ein Popup erscheint das auf den Gebrauch
der nicht-lizensierter Software hinweist, berichtet die
Tageszeitung "Shanghai
Daily".
Auf geöffnete Dateien haben diese stündlichen Blackouts
offenbar keine Auswirkungen. Sobald die Warnung wieder verschwindet,
kann an dem Computer weiter gearbeitet werden, bis zur nächsten
Stunde. "Die Massnahme soll die Nutzer warnen, nicht ihre
Arbeit beeinträchtigen", so Microsoft zu der Aktion.
Der auf geistiges Eigentum spezialisierte Anwalt Liu Chunquan
ist allerdings davon überzeugt, dass Microsoft Vorgehen
rechtswidrig ist. Zwar wäre grundsätzlich nichts ein Vorgehen
gegen Nutzer von illegal kopierter Software einzuwenden,
doch wenn das Unternehmen davon erfährt, indem Programme
sich automatisch online aktualisieren, gehe so eine Massnahme
zu weit. "Wenn Microsoft glaubt, ein Nutzer habe auf einem
Computer illegal kopierte Software installiert, soll das
Unternehmen Beweise dafür vor Gericht vorlegen und die zuständigen
Behörden verständigen", sagte Liu gegenüber der Zeitung.
(22.10.08)
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