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Software identifiziert Pädophile
Für Pädophile bietet das Internet als weltweites
Netzwerk immer noch viele Möglichkeiten, sich relativ
problemlos der Befriedigung ihrer Triebe zu widmen. Ein
Gedankenaustausch mit Gleichartigen und die Verbreitung
von Bild- oder Filmmaterial war zuvor nie in dieser
Einfachheit möglich gewesen. Das Internet bietet
Pädophilen einen Zufluchtsort, wo sie ihren verbotenen
Trieben bisher nahezu ungestört nachgehen konnten, ohne
sich in ihrer Anonymität gestört fühlen zu müssen.
Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat es sich zum Ziel
gesetzt, diesem Kollektiv von Straftätern nun die
Anonymität automatisiert zu entziehen.
Pädophilie geben sich in Chats, Foren oder per Messenger
oftmals als Jugendliche aus, um so leichter Kontakte zu
anderen Jugendlichen aufzubauen. Das auch als "Project
Isis" bekannte Modell soll die typische Sprache
eines verdächtigen Pädophilen anhand seines typischen
Online-Verhaltens herausfiltern können. Dazu nutzt die
intelligente Software unter anderem die Verwendung von
bestimmten Schlüsselbegriffen, der Schreibweise oder
auch die Dateinamen im Medienarchiv eines verdächtigen
Straftäters.
Professor Awais Rashid von der Lancaster Universität
vergleicht die Software als eine künstliche Intelligenz
und betont die Vielfalt der wissenschaftlichen
Algorithmen die sie nutzt. So kann die Software durch
eine genaue Analyse schon beim Suchverhalten eines
Verdächtigen in Filesharing-Netzwerken oder
Online-Suchmaschinen erkennen, ob es sich dabei um einen
Straftäter handelt oder nicht.
"Ein unerfahrenes Auge kann sogar mit größter
Anstrengung nicht die Absichten der vermeintlich
unschuldigen Suchanfragen ermitteln. Mit unserem
Analyseverfahren jedoch wird es uns gelingen, jede Art
von Onlineverhalten auf genauste Weise
nachzuvollziehen." erklärt Rashid weiter. Schon jetzt,
ist der Professor überzeugt, sei eine einwandfreie
Funktionalität der Software gewährleistet.
Obwohl das Modell als grundsätzlich positiv aufzufassen
ist, kann letztendlich nur die Praxis zeigen, wie
zuverlässig die "intelligente Software" wirklich
arbeitet. Kritische Stimmen geben zu bedenken, dass
möglicherweise so auch viele unschuldige Internet-Nutzer
wegen einer falschen Verdächtigunge monatelang überwacht
werden könnten. (19.10.08)
Siehe auch:
Kinder-Anmache im Internet häuft sich
EU will mehr Schutz vor Internet-Gefahren für Kinder
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