|
Internet-Urgestein Jerry Yang gescheitert
Nach seinen letzten, äusserst unglücklichen
Entscheidungen, hat der Chef und Mitbegründer von Yahoo
seinen Rücktritt angekündigt. Viel Kritik, selbst aus
den eigenen Reihen musste Yang in den letzten Monaten
einstecken, weil er sein Unternehmen nicht an Microsoft
verkauft hatte und auch einen Deal mit Google scheitern
lies.
Sobald ein Nachfolger gefunden ist, wird Jerry Yang nun
seinen Posten räumen. Yang wird jedoch noch einen Sitz
im Verwaltungsrat behalten und als "Chief Yahoo" als
Berater die Strategien des Konzerns weiter beeinflussen.
Auch Yang, der erst im Juni vergangenen Jahres den
ehemaligen Film-Manager Terry Semel abgelöst hatte, war
es nicht mehr gelungen den anhaltenden Marktverlusten
und stagnierenden Umsätze des Konzerns entgegenzuwirken,
während Konkurrent Google immer mächtiger wurde. Auch
wehrte sich Yang gegen einen Übernahmeversuch des
Software-Riesen Microsoft, während Investoren wie Carl
Icahn, der schon seit längerem den Rücktritt Yangs
forderte, die Übernahme sogar erzwingen wollten.
Auch Analysten warfen Yang Missmanagement und
Dilettantismus vor, weil er an seine überzogene
Preisvorstellungen festhielt und eine Allianz mit Google
eingehen wollte. Microsoft bot Yahoo 33 Dollar pro
Aktie, was einen Wert von 47.5 Mrd. Dollar entsprach,
während der Verwaltungsrat mindestens 37 Dollar pro
Aktie verlangte. Jetzt notiert die Yahoo Aktie gerade
mal bei zwölf Dollar.
Yahoo beschäftigt weltweit 15.000 Mitarbeiter. Das
Unternehmen hat jedoch angekündigt, dass mindestens zehn
Prozent der beschäftigten gehen müssen. Yang schrieb
abschliessend in einer E-Mail an die Beschäftigten, man
habe gemeinsam mit ihm in den vergangenen 18 Monaten
"ein offeneres und wettbewerbsfähigeres Yahoo
geschaffen". (18.11.08, Welt.de)
Siehe auch:
Microsoft zieht Angebot zurück
Für Yahoo wird die Zeit knapp
Microsoft stellt Yahoo Ultimatum
Aktionäre klagen gegen Yahoo
Microsoft-Offerte abgelehnt
Yahoo berät Microsofts Übernahmeangebot
Google will Yahoo-Übernahme verhindern
Microsoft blickt auf Yahoo
Diese Meldung einem Freund senden
|