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Kinder-Anmache im Internet häuft sich
Nach Einschätzung von Fachleuten werden Kinder in
Chatrooms weit häufiger von Erwachsenen sexuell
bedrängt, als Eltern bewusst ist. Eltern sollten
ihre Kinder dazu ermutigen, mit ihnen über solche
Vorfälle zu sprechen.
Geschickt versuchen erwachsene Männer das Vertrauen von
Heranwachsenden zu erschleichen. Dabei wird auf aktuelle
Themen gesetzt, die bei Kindern und Jugendlichen gerade
besonders angesagt sind, bei älteren Mädchen
beispielweise eine Model-Karriere.
"Da kommt einer und sagt, er suche Mädchen für ein
Casting. Das müsse aber ganz geheim bleiben", erklärt
Gisela Braun von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und
Jugendschutz (AJS) in Nordrhein-Westfalen gegenüber der
Deutschen Presse-Agentur dpa. Mädchen finden das toll
und seien dafür zu vielen bereit, selbst zu Fotos in
allen möglichen Positionen.
Wieder andere haben mit der einfühlsamen Methode Erfolg.
Indem sie sich einfühlsam zeigen oder Komplimente
machen, erreichen sie eine gewisse Verliebtheit.
Jugendliche lassen sich so schnell auf einen
persönlicheren Kontakt über E-Mail ein.
Auch das Thema Stress mit den Eltern nutzen Pädophile
gern, um das Vertrauen der Kinder zu erreichen. "Eltern
haben keine Vorstellung, was da passiert", warnt die
Expertin.
Drei Fälle von Internet-Bekanntschaften haben in den
letzten Tagen für Schlagzeilen gesorgt. In Lübeck ist
ein Mädchen von zuhause ausgerissen, hatte wochenlang
bei ihrem Chat-Freund gelebt und dabei auch sexuellen
Kontakt gehabt.
In Goslar wurde ein 31-Jähriger festgenommen, der ein
12-jähriges Mädchen im Internet kennen gelernt hat. Er
hat das Mädchen in seine Wohnung gelockt und sexuell
missbraucht.
In Mönchengladbach hat ein 58-jähriger Mann das
Vertrauen eines 13-jährigen Mädchens erschlichen, das
dann von zuhause ausgerissen war und sich mit dem Mann
getroffen hat. Auch dabei sei es zum Geschlechtsverkehr
gekommen. (15.06.08, Welt.de)
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