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Musikindustrie mahnt wahllos Filesharer ab
Zumindest in den USA mahnt die Unterhaltungsindustrie
nachweislich BitTorrent-Nutzer ab, nur weil sie am
Netzwerk angemeldet waren. Dies haben Forscher in einem
Forschungsprojekt jetzt nachgewiesen.
Im Rahmen des Experiments haben Wissenschaftler um
Tadayoshi Kohno von der Universität von Washington in
zwei Untersuchungen ursprünglich nur herausfinden
wollen, wer Filesharing betreibt und was getauscht wird.
Dazu wurden kleine Programme in das Netzwerk
eingeschleust, die den Traffic aufzeichneten, jedoch
nicht am Datentausch teilnahmen.
Danach erhielten die Forscher über 400 Abmahnungen von
der Musikindustrie wegen angeblicher
Copyrightverletzungen. Offensichtlich sind die
Massnahmen der Rechteinhaber unzureichend oder
fehlerhaft.
Der kürzlich erschienende Bericht spricht davon, dass
die Überwachungssoftware der Ermittler nicht den
Datendiebstahl selbst, sondern nur die Anmeldung am
Netzwerk protokolliert. Offenbar werden die in den
Trackern gespeicherten IP-Adressen wird von den
Programmen der Musikindustrie einfach nur ausgelesen.
Dass diese IP-Adressen in manchen Netzen leicht
austauschbar sind, bleibt dabei völlig
unberücksichtigt. Selbst Nutzer, die niemals BitTorrent
genutzt haben, sind daher vor Abmahnungen nicht sicher.
Im Rahmen des Forschungsprojekts demonstrierte man dies,
indem auch die Adressen einiger im Uni-Netzwerk
eingebundener Peripheriegeräte benutzt wurden.
Tatsächlich erhielt die Universität daraufhin
Abmahnungen, denen zufolge drei Netzwerkdrucker den Film
"Iron Man" und den neuesten Indiana-Jones-Film illegal
heruntergeladen haben sollen. (07.06.08, Chip.de)
Siehe auch:
Filesharer
in Grossbritannien festgenommen
Razzia gegen Torrent-Tracker
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