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Heimliche Online-Durchsuchungen auch in Bayern
Trotz erbitterten Widerstand der Opposition hat die CSU
im Landtag die umstrittene Online-Durchsuchung von
Computern für Bayern durchgesetzt. Nun dürfen Polizei
und Verfassungsschutz die Computer von Verdächtigen in
Bayern heimlich ausforschen. Um die Spionage-Software
erfolgreich und unbemerkt zu installieren dürfen
bayerische Ermittler, anders als vom Bund vorgesehen,
auch heimlich in Wohnungen eindringen.
Die SPD und Grünen warnten vor einem beginnenden
Überwachungsstaat, die Grüne Rechtsexpertin Christine
Stahl warf der CSU ein "Bürgerrechtspolitisches Desaster"
vor. Die Unverletzlichkeit der Wohnung sei ein
Grundrecht und man sehe die Grundfreiheiten der Bürger
bedroht. Die CSU betreibe "Vertuschungslyrik". Der Staat
habe in erster Linie eine Schutzpflicht der Bürger.
In den vergangenen Jahren sind bei Rasterfahndungen 8,3
Millionen Datensätze untersucht und 40.000 Telefone
überwacht worden. Es ist davon auszugehen, dass nicht
alles Verdächtige waren, da letztlich nur sehr wenige
Strafverfahren eingeleitet wurden. Der SPD-Abgeordnete
Florian Ritter nannte die Änderungen "nicht
verfassungsgemäss". (05.07.08, Welt.de)
Siehe auch:
Online-Durchsuchungen verfassungswidrig
Erster Erfolg des "Bundestrojaners"
Bundestrojaner und Datenschutz
Heimliche
PC-Durchsuchungen sind illegal
Kritik an
Online-Durchsuchungen privater Computer
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