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    US-Musikindustrie stellt Massenklagen ein
 

Die amerikanische Musikindustrie will ihre Taktik im Kampf gegen illegales Filesharing von urheberrechtlich geschütztem Material ändern. Die RIAA will auf Massenklagen verzichten und zukünftig Sanktionen gegen Filesharer durch die Provider durchführen lassen.
In den letzten fünf Jahren hat der Verband etwa 35.000 Internetnutzer wegen Verdachts illegalen Filesharing verklagt. Schon im Herbst hat die RIAA die Massenklagen eingestellt und wird vermehrt mit den Providern zusammenarbeiten.Mit den ersten grossen Providern gibt es bereits Vereinbarungen. Demnach wird die RIAA beim Verdacht des illegalen Up- oder Downloads den Provider per E-Mail informieren.

Je nach Vereinbarung soll der Provider nun die Nachricht weiterleiten oder die Person selbst auf den Verstoss hinweisen und auffordern damit aufzuhören. Sollte der betroffene den Hinweis ignorieren, wird er ein weiteres mal gewarnt, bevor Sanktionen verhängt werden. Im Gespräch sind Sanktionen wie Drosselung oder auch Sperrung des Zugangs. Die Identität des Filesharers erfährt die RIAA dabei nicht.

 


Die Zugangsanbieter haben seit einiger Zeit ein gewisses Eigeninteresse an der Zusammenarbeit mit der Musikindustrie, da viele bereits selbst immer häufiger selbst mit Entertainment-Unternehmen und Musik-Labels zusammenarbeiten. Auch ein, wie bereits hierzulande, fortschreitender Gegenwind seitens der US-Justiz, treibt die Musikindustrie dazu, neue Wege zu gehen.

Der umstrittene Weg und für die Justiz aufwändige Praktik, über einer Strafanzeige an die Identität eines Nutzers zu kommen, um ihm anschliessend ein Zivilverfahren einzuleiten, würde mit den neuen Methoden wegfallen. Noch im Sommer hat der NewYorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo die Parteien an einen Tisch geholt, um die Prozesslawine zu stoppen.

Dennoch hat die RIAA klargestellt, dass "besonders aktive" Tauschbörsennutzer weiterhin, sollten sie die Warnungen ignorieren, gerichtlich verfolgt werden. (19.12.08, Heise)
 

Siehe auch:

Staatsanwälte gegen Filesharer machtlos

Schonzeit für deutsche Tauschbörsennutzer

Keine Akteneinsicht für die Musikindustrie

Tauschbörsen: Staatsanwaltschaft verweigert Ermittlungen

P2P: Jetzt Ermittlungen gegen Staatsanwalt

 

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