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Privatanwender sind Hauptziel für Hacker
Nach einer Studie der Sicherheitsspezialisten von
Symantec bilden die privaten Computernutzer das
hauptsächliche Ziel von Computerkriminellen. Dem
Unternehmen nach sind bei 86 Prozent aller registrierten
Angriffe Rechner von Privatpersonen das Ziel gewesen.
Das vorherrschende Motiv der Angreifers ist dabei die
finanzielle Bereicherung. "Angreifer sehen Endanwender
als das schwächste Glied in der Sicherheitskette an", so
Symantec-Manager Olaf Linder. "Von dieser Schwäche
wollen sie profitieren."
Bereits 30 der 50 am meisten verbreiteten Schädlinge ist
Schadenssoftware, dazu entwickelt, vertrauliche Daten
wie Kennwörter oder PIN-Nummern etwa für Online-Banking
auszuspionieren. Bei den Phishing E-Mails, deren Zahl in
letzter Zeit rückläufig ist, wächst dafür die Zahl der
Varianten weiter. Die E-Mails werden immer besser
gestaltet und die Opfer gezielter ausgewählt. (28.09.06,
Stern)
Limewire klagt gegen die RIAA
Im Verfahren des US-Verbandes der Musikindustrie (RIAA)
gegen Lime Group, hat der P2P-Anbieter jetzt eine
massive Gegenklage eingereicht. Die Vorwürfe der
Musikindustrie hat das Unternehmen Lime Group in einer
schriftlichen Stellungnahme zurückgewiesen und der
Musikindustrie stattdessen Wettbewerbsbehinderung,
Preisabsprache, Kartellbildung und Verschwörung
vorgeworfen.
Nach Meinung des beklagten Unternehmens haben sich die
Musiklabels zusammengetan, um die volle Kontrolle über
den Musikvertrieb dadurch zu behalten, indem sie
versuchen neue Vertriebswege zu verhindern. Die RIAA
versuche "Alle Online-Musikdienste zu zerstören, die sie
nicht besitzen oder kontrollieren." Dies würde mit
exklusiven Absprachen und Verträgen, die den Wettbewerb
verhindern durchgesetzt werden. Auch sei die RIAA
bestrebt, innovative Technologien zu zerstören, wenn sie
befürchte, dass diese die klassischen Geschäftsmodelle
beeinträchtigen könnten. (27.09.06,
Heise)
Innenministerium will das Internet überwachen
Innenminister Schäuble will die Überwachung des
Datenverkehrs über das Internet in Deutschland massiv
ausbauen. So soll unter der Leitung des
Verfassungsschutzes in Berlin eine "Internet Monitoring
und Analysestelle" (IMAS) aufgebaut werden, in der 50
Beamte das Internet überwachen sollen.
Eines der Schwerpunkte soll bei der der Überwachung
islamischer Extremisten liegen. Auch das
Bundeskriminalamt soll an der IMAS beteiligt sein. Um
dieses Projekt zu finanzieren, werden bis zu 86
Millionen Euro für das kommende Jahr benötigt.
(25.09.06,
Heise)
Inoffizieller IE-Patch für VML-Lücke
Sicherheitsspezialisten haben jetzt einen inoffiziellen
Patch für die jüngst entdeckte kritische
VML-Sicherheitslücke
veröffentlicht. Das Patch, entwickelt vom Zero Day
Emergency Response Team (ZERT) soll diese
Sicherheitslücke in Windows 2000 SP4, Windows XP SP1 und
SP2 sowie Windows Server 2003 SP1 (und R2) beseitigen.
ZERT beschreibt die 4-Wöchigen Update-Intervalle von
Microsoft bei kritischen Sicherheitslücken als
unzulänglich, da die so genannten Crimeware Gangs
bereits am Tage des bekannt werden einer solchen Lücke
damit beginnen, diese auszunutzen. Bis zu Microsofts
nächsten Patch Day würden so allein 4 Wochen vergehen,
wo der Anwender verwundbar bleibt.
Wie immer ist Microsoft von der Veröffentlichung eines
inoffiziellen Patches wenig begeistert und warnt vor
dessen Installation.
Anhand einer Demo-Seite bei ZERT lässt sich überprüfen,
ob das
Patch die Lücke schliesst, es wird mit einer
funktionierenden Deinstallations-Routine geliefert.
(23.09.06,
Heise)
EU-Kommission soll gegen Vista vorgehen
Adobe Systems und Symantec wollen die EU-Kommission dazu
bewegen, gegen das kommende Betriebssystem Windows Vista
vorzugehen. Dies berichtete das Wall Street Journal,
welches sich dabei auf eingeweihte Quellen beruft.
Adobe möchte verhindern, dass zusammen mit Windows Vista
Software herausgegeben wird, die in der Lage ist,
elektronische Dokumente zu lesen und zu erstellen und
deshalb mit Adobes PDF-Dateien konkuriert.
Der Antvirus-Software Hersteller Symantec plant eine
Pressekonferenz, um über die geplanten
Sicherheitsfunktionen in Vista aufzuklären.
Funktionen innerhalb von Vista, wie der PatchGuard, die
den Kern des Betriebsystems vor Hackern oder Rootkits
schützen soll, verhindern gleichzeitig die
Integration von Systemfremder
Sicherheitssoftware, da es unterbunden wird, auf
diesem Teil des Betriebssystems zuzugreifen. Symantec
hat sich diesbezüglich schon bei der EU-Kommission
beschwert.
Der Software-Hersteller Agnitum äusserte bereits vor
drei Wochen die Vermutung, dass diese Funktion ein
geschickter Schachzug seitens Microsoft sei, fremde
Sicherheitssoftware auszuschliessen. (21.09.06,
Heise)
Webseiten nützen neue Lücke im IE aus
Diverse Webseiten nutzen eine neue, bislang noch unveröffentlichte
Sicherheitslücke beim Internet Explorer aus, um Adware
und Spyware zu installieren. Das fand Adam Thomas von
Sunbelt Software jetzt heraus.
Die bislang noch nicht öffentlich bekannte
Sicherheitslücke des Internet Explorers äussert sich in
einer Schwachstelle der VML-Funktionalität. Diese führt
zu einem Pufferüberlauf, die den Browser zum Absturz
bringt. Dabei kann schädlicher Code eingeschleust
werden.
Bei den bislang gefundenen Websites, die diese Lücke
ausnutzen, um Ihren Besuchern zu schaden, sind dafür
bekannt, dass sie das Web Attacker Toolkit einsetzen.
Dieses Toolkit wird kommerziell vertrieben und
regelmässig um neue Exploits von Sicherheitslücken
erweitert.
Microsoft hat die VML-Anfälligkeit des Internet
Explorers bereits bestätigt und zum nächsten Patch-Day
am 10. Oktober ein Sicherheitsupdate angekündigt. Als
vorläufige Abhilfe empfiehlt Microsoft die
Deregistrierung der Programmbibliothek vx.dll. Dazu
unter "Start" -> "Ausführen" in das Eingabefeld
folgenden Befehl eingeben:
regsvr32 -u "%ProgramFiles%\Gemeinsame Dateien\Microsoft
Shared\VGX\vgx.dll"
(incl. Anführungszeichen) (20.09.06,
PCWelt)
Computerstrafrecht wird verschärft
Das Bundeskabinett hat heute eine Gesetzesänderung für
besseren Schutz vor Datenklau und Computersabotage
beschlossen. Diese Gesetzesänderung stellt auch klar,
dass "Hacking", also das Überwinden von
Sicherheitssystemen, zukünftig eine strafbare Handlung
ist.
Bisher war Computersabotage nur bei Angriffen auf
Betriebe strafbar, nun soll dies auch bei Daten auf
privaten Computern strafbar sein.
Zusätzlich stellen künftig auch DoS-Attacken, genauso
wie das "Sichverschaffen von Daten aus einer
nichtöffentlichen Datenübermittlung oder aus der
elektromagnetischen Abstrahlung einer
Datenverarbeitungsanlage" eine Straftat dar.
Auch können künftig besonders gefährliche Handlungen zur
Vorbereitung zu Computerstraftaten geahndet werden, dazu
zählt auch das Herstellen, Überlassen, Verbreiten oder
Verschaffen von "Hacker-Tools", die illegalen Zwecken
dienen sollen. Für besonders schwere Fälle von
Computersabotage können Haftstrafen von bis zu 10 Jahren
verhängt werden. (20.09.06,
Heise)
Neuen Ärger mit Sonys Rootkit
Eigentlich sollte das Problem mit Sonys umstrittenen
XCP-Kopierschutz schon lange kein Thema mehr sein,
dennoch sorgt es plötzlich auf vielen PCs wieder für
neuen Ärger. Denn auch nach der gerichtlichen Einigung
zwischen Sony und den Verbraucherschutzorganisationen
bleibt das Rootkit auf vielen Rechnern weiterhin
installiert.
Im Zusammenspiel mit Sicherheitssoftware, wie die
AOL-Sicherheitssoftware oder das Anti-Spyware-Programm
Pest Patrol, kann es zu einer dauerhaften Deaktivierung
von CD-Rom-Laufwerken kommen. In den USA ermittelt
bereits der Staatsanwalt des Bundesstaates Texas.
(19.09.06,
Testicker)
Mit PDF-Dateien nicht zu sorglos umgehen
Das PDF-Format wird im allgemeinen als sicher gehandelt,
das dem nicht unbedingt so ist, zeigte jetzt der
britische Sicherheitsspezialist David Kierznowski. In
seinem Blog beschreibt Kierznowski zwei mögliche
Angriffszenarien auf Anwender mittels präparierten
PDF-Dokumenten, die er auch als Demo zum Download
anbietet. Beide basieren jeweils auf JavaScript, was
standardmässig im Acrobat Reader ausgeführt wird.
Bei der ersten Demo öffnet das Dokument nach dem Laden
ein Browserfenster. Das eröffnet einem Angreifer die
Möglichkeit, den Anwender ganz einfach auf eine
präperierte Webseite zu leiten, die etwa
Sicherheitslücken des Browsers ausnutzt, um Schadcode
auf den Rechner einzuschleusen oder Trojaner zu
installieren.
Bei der zweiten Demo demonstriert Kierznowski wie es in
Acrobat per Adobe Database Connectivity ohne weitere
Nachfrage eine Verbindung zu einer Datenbank aufzubauen
und Daten abzufragen.
Schon diese Beispiele zeigen laut Kierznowski deutlich,
dass es mit Adobes JavaScript-Version genügend
Möglichkeiten gibt, um ein System zu kompromittieren.
Anwender sollten in Zukunft PDF-dateien vielleicht nicht
mehr ganz so sorglos öffnen, wie es zur Zeit üblich ist.
(18.09.06,
Heise)
Hollywood wird DVDs überwachen
Damit auf den neuen Blue-Ray DVD-Playern keine
Raubkopien mehr abgespielt werden können, planen die
Filmstudios eine Funküberwachung. Künftig soll jede HD
und DVD mit einem RFID-Transmitter ausgestattet werden,
der jede einzelne Scheibe mit Film, Musik, Spiele oder
Software in Zukunft wiederfinden kann, so Warner, Disney
und Fox. Der Einführungstermin des verfolgbaren Chips
wird bewusst geheim gehalten, er soll jedoch schon
früher zu Einsatz kommen, als man erwarten würde.
Ausgestattet mit dem Chip, wird die künftige Generation
von DVD Playern (DVD, Blu-Ray, HD-DVD) in der Lage sein,
jedes Medium auf den integrierten Chip hin zu überprüfen
und das Abspielen von Kopien verweigern.
"Diese Technologie wird das geistige Eigentum weltweit
effektiv schützen", so die Aussage von Gordon Yeh, Chef
von Ritek Corporation, der sich als grösster
DVD-Hersteller durch diese Technologie eine goldene Nase
verdienen will.
Die Firmen U-Tech und IPICO haben mit
der Produktion der RIFD-DVDs in Taiwan bereits begonnen.
Die Kapazität der Fabriken beläuft sich auf 500
Millionen Silberscheiben im Monat!
Der kritischer Konsument wird sich zukünftig dagegen
wohl nur mit entsprechender Kaufzurückhaltung schützen
können. (17.09.06,
The Inquirer)
Fremde E-Mails dürfen nicht veröffentlicht werden
Weiss der Empfänger einer E-Mail, dass diese nicht an
ihn gerichtet wurde, darf der Inhalt nicht auf einer
Webseite veröffentlicht werden. Die hat jetzt das
Landgericht Köln entschieden (Az. 28 O 178/06).
Der Beklagte hatte in dem Fall Informationen über
Geschäftspraktiken einer Aktiengesellschaft zur
Verfügung gestellt und dazu den Inhalt zweier E-Mails
der Geschäftsleitung mit Firmeninterna veröffentlicht.
Die E-Mails waren dabei nicht für den Beklagten
bestimmt, sondern wurden vermutlich unbefugt von einer anderen
Festplatte kopiert. Nach dem Urteil musste der
Homepagebetreiber die E-Mail nicht nur umgehend löschen,
sondern auch Schadenersatz zahlen.
E-Mails sind vergleichbar "mit einem geschlossenen
Briefumschlag, der durch das Absenden ebenfalls nicht
aus der Geheimnissphäre entlassen" wird. Anders, wie bei
einer "offenen" Postkarte, muss der Absender nicht damit
rechnen, dass der Inhalt von Dritten gelesen wird.
(16.09.06,
Heise)
Legaler Musikdownload auch ohne DRM
Die neue Musikplattform akuma.de bietet die Möglichkeit,
legal und ohne DRM-Schutz Musikdateien als MP3 zu
erwerben. Möglich macht es das vom Fraunhofer Institut
entwickelte Watermark-System, welches die Musikdateien
mit einem Wasserzeichen versieht. Das Wasserzeichen
ermöglicht eine Rückverfolgung, falls die MP3-Datei
illegal in Tauschbörsen auftauchen sollte.
Der wesentliche Vorteil im Watermark-System besteht
darin, dass sich so geschützte Musikdateien auf allen
Betriebssystemen und auch auf mobilen und anderen
Playern abspielen lässt.
Zur Zeit befinden sich im Katalog von akuma etwa 350.000
Musiktitel. Einzeltitel sind schon ab 89 Cent zu haben,
der mittlere Preis liegt bei 1,19 Euro. Ein Album kostet
zwischen 4,50 und 13 Euro. Die Titel variieren in der
Bitrate zwischen 192 und 320 KBit/s. (15.09.06,
Heise)
eDonkey2000 kapituliert vor der RIAA
Der Anbieter der Filesharing-Programme eDonkey2000 und
Overnet hat anscheinend vor den amerikanischen Gerichten
kapituliert. Beide Webseiten des Anbieters MetaMachine
(www.edonkey2000.com, www.overnet.com) wurden
abgeschaltet, auf edonkey.com ist nur noch der Hinweis
zu lesen, dass das Netzwerk nicht mehr verfügbar sei.
Das Wall Street journal berichtete, dass sich
MetaMachine zu einer Zahlung von 30 Millionen US-Dollar
bereiterklärt hat, um einer weiteren Auseinandersetzung
mit der RIAA (Recording Industry of America) aus dem Weg
zu gehen. Zusätzlich darf der Client nicht mehr zum
Download zu Verfügung gestellt werden.
Für die RIAA stellt sich dieser Kompromiss als ein
weiterer grosser Sieg dar, das Netzwerk wird jedoch
weiterleben, denn die Originalsoftware eDonkey hatte
schon seit einiger Zeit keine sehr grosse Fangemeinde
mehr gefunden, da eMule bei den Nutzern als effektiver
empfunden wird. (14.09.06,
Gamestar)
Vista erlaubt keine Freeware-Programme
Windows Vista erschwert oder verhindert sogar wegen
seiner Sicherheitsstrategie den Einsatz von Freeware
Programmen. Zur Microsofts Sicherheitsstrategie bei
Windows Vista gehört es, dass Programme nicht mehr das
Privileg haben, Daten einfach irgendwo auf dem Computer
zu speichern, um eventuelle Systemdateien nicht
überschreiben zu können. Beispielsweise kann auch der
Internet Explorer nicht in den Hauptbereichen des
Datensystems schreiben und schützt so passiv vor
Keyloggern oder Root Kits, die in das System eindringen
wollen.
Dies wollen sich einige Freeware-Anbieter nicht bieten
lassen. Um weiterhin Freeware kostenlos anbieten zu
können, sehen sich besonders kleinere Firmen, wie z.B.
Zone Labs mit der Firewall ZoneAlarm, nun gezwungen,
Windows zu hacken. "Gott sei Dank haben wir ein gutes
Crack-Team, das neue und innovative Wege finden wird,
weiterhin eine wichtige Schutzschicht für unsere User
anbieten zu können", so Laura Yecies von Zone Labs.
Microsoft zeigt sich über derartige Ankündigungen
natürlich nicht besonders erfreut und weist darauf hin,
das jede Änderung am Kernel, die nicht vom Hersteller
erfolgt, eine mögliche Gefahr bedeute. "Schon Änderungen
an der Zugriffskontrolle können direkte Auswirkungen auf
die Zuverlässigkeit und Integrität des Systems haben.
Deshalb wurde Windows Vista neu aufgebaut: um sich
selbst vor externen Zugriffen zu schützen", so ein
Microsoft Sprecher. (12.09.06,
Onlinekosten)
70% aller Rechner sind nicht für Vista geeignet
Der Grafikchip Hersteller ATI hat auf seiner Webseite
ein kleines Tool veröffentlicht, mit man feststellen
kann, ob der Rechner Vista-tauglich ist. Auf der
GetReady-Seite von ATI befindet sich der Link über
den man an dem Test teilnehmen und sein System prüfen
kann. Getestet werden unter anderem die Taktfrequenz der
CPU, die Grafikkarte sowie der freie Platz auf der
Festplatte. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass etwa 70
Prozent der getesteten Rechner nicht für Windows Vista
Premium geeignet sind. (11.09.06,
Gamestar)
Eigenverantwortung bei WLAN
Der Betreiber eines ungeschützten WLAN-Netz kann nach
einem Urteil des Landgericht Hamburg bei einem
Missbrauch haftbar gemacht werden.
Rechtsanwalt Arno Lampmann veröffentlichte das Urteil
des Landgerichts Hamburg vom 26. Juli 2006 auf seiner
Homepage, wo es heisst: "Die Antragsgegner haben für
diese Rechtsverletzung jedenfalls nach den Grundsätzen
der Störerhaftung einzustehen". Im Klartext: Wenn jemand
unbefugt über das offene WLAN-Netz eines Dritten
beispielsweise illegal Filesharing betreibt, so kann in
einem solchen Fall der Betreiber des ungeschützten WLANs
zur Rechenschaft gezogen werden.
Wer also sein drahtloses Netzwerk nicht ausreichend
schützt, erlaubt den Missbrauch und muss haften, so das
Gericht. (10.09.06,
GMX)
Spyware-Anbieter müssen zahlen
Zwei Brüder haben als Verantwortliche hinter den
Unternehmen "Enternet Media" und "Conspy & Co"
schädliche Spyware auf Millionen PCs verbreitet. Mit
einer Zahlung von 2 Millionen US-Dollar konnten die
beiden Amerikaner jetzt ihren Prozess mit der
US-Handelsaufsicht (FTC) beilegen.
Den beiden Angeklagten (21 und 24 Jahre), die noch bei
ihrer Mutter wohnen, ist es gelungen auf 18 Millionen
PCs weltweit, schädliche Spyware (Search Miracle,
Miracle Search, EM Toolbar, EliteBar oder Elite Toolbar)
zu installieren. Dabei waren nur die Hälfte Nutzer aus
den USA. Die Spyware der oben genannten Hersteller
sammelt Daten, sorgt für unerwünschte Werbeeinblendungen
und ist nur schwer aus einem Windows-System wieder zu
entfernen. Damit haben die beiden Brüder mehrere
Millionen US-Dollar Umsatz gemacht.
Einen Teil des Geldes will jetzt die FTC im Rahmen des
Vergleichs kassieren. Die Beschuldigten dürfen nun nicht
mehr mit Spyware auffallen, ansonsten drohen ihnen eine
zunächst zur Bewährung ausgesetzte Geldstrafe von 8,5
Millionen Dollar. Die Brüder haben ihre Schuld im
Verfahren nicht eingestanden.
Dabei hatte schon im November letzten Jahres ein
Bundesrichter die Unternehmen der Angeklagten
geschlossen und ihr Vermögen eingefroren.
Im vergangenen Monat wurden sie wegen drei
Computervergehen zu 15000 Dollar Strafe und
gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Eine verhängte
Haftstrafe von 120 Tagen können die beiden wahlweise in
60 Tage Arbeit mit Reinigungsarbeiten der Autobahnen
ihrer Heimatstadt umwandeln. (09.09.06,
Heise)
Anonymisierungsserver beschlagnahmt
Bei einer bundesweiten Razzia hat die Polizei am
Donnerstag bei Webhostern fast ein Dutzend Server
beschlagnahmt. Bei der Aktion ging es um um Webforen,
über die Verdächtige kinderpornografisches Material
verbreitet hatten.
Unter den beschlagnahmten Servern waren auch welche, auf
denen lediglich der Anonymisierungsdienst TOR ("The
Onion Routing") lief. Wie aus den
Durchsuchungsbeschlüssen hervorging, war der
Staatsanwaltschaft dies durchaus bewusst. Da den Mietern
und Betreibern solcher Server der durchgeleitete Inhalt
im allgemeinen nicht bekannt ist, war ihnen
möglicherweise nicht bewusst, dass in diesem Fall dass
Nutzer über ihre Server auf kinderpornografisches
Material zugegriffen hatten. (08.09.06,
Heise)
Virenscanner löscht Windows-Datei
Nach einem Update der Virensignaturen von Etrust
Antivirus erkennt der Virenscanner fälschlicherweise
eine Windows-Datei als Trojaner und löscht diese. Die
Datei "Lsass.exe" gehört zum Windows Sicherheitsscenter
und wird von dem Virenscanner mit dem Trojaner "Win32/Lassrv.B."
verwechselt. Der Trojaner wurde am 24. August entdeckt
und stellt nur ein geringes Sicherheitsrisiko dar.
Der Fehler des Virenscanner tritt bei Nutzern des
Betriebssystems Windows Server 2003 auf.
Mittlerweile haben die Entwickler reagiert und ein
weiteres Update zur Verfügung gestellt, das den Fehler
in den Virensignaturen von Etrust Antivirus behebt.
Weiteren Support gibt das Unternehmen auf seiner
Webseite. (05.09.06,
ZDNet)
Risiko Internet-Telefonie
Internet-Telefonie bedeutet nicht einfach telefonieren
über das Internet, sondern birgt eine Anzahl
zusätzlicher Sicherheitsrisiken. Davor hat der
Bundesbeauftragten für Datenschutz Peter Schaar auf
einem Symposium zu Datenschutz und Datensicherheit bei
Internet-Telefonie am Rande der IFA in Berlin aufmerksam
gemacht.
Er wies darauf hin, dass die Sicherung des
Fernmeldegeheimnisses und für die Überwachung der
Telekommunikation gleichermassen neue Herausforderungen
entstanden seien. Grundsätzlich sei es wichtig zu
verstehen, "dass wir nicht einfach sagen, dass VoIP nur
Telefonie übers Internet ist", so Schaar, es sei wichtig
zu verstehen, dass es dabei um einen grundlegend neuen
Dienst mit ebenso neuem Gefahrenpotential gehe.
Wenn beispielsweise eine Arztpraxis über ein
ungesichertes WLAN-Netz VoIP nutzt sind die Daten nicht
sicher und die Situation für den Einzelnen nicht mehr zu
verantworten. Auch der Endkunde/Patient kann nicht
erkennen, ob der Gesprächspartner VoIP nutzt und so eine
besonders risikoreiche Variante der Telekommunikation
zum Einsatz kommt.
"Wir müssen ein Bewusstsein für zusätzliche Risiken
schaffen", so Schaar, die "gewaltige Aufgabe" Bürger und
Anbieter für die zusätzlichen Risiken zu
sensibilisieren. (04.09.06,
Heise)
Google mit Bücher zum Downloaden
Die Suchmaschine Google bietet ab sofort auch den
Download von eingescannten Büchern als PDF-Datei an.
Nach einer Vereinbarung mit der Universität darf der
Suchmaschinenbetreiber das Angebot ab sofort starten.
Allerdings gilt das Angebot nur für Bücher mit bereits
abgelaufenen Copyright.
Google verfügt zur Zeit etwa über 2,5 Millionen
Buchtitel und darf laut der Vereinbarung im ersten
Halbjahr pro Tag 600 neue Bücher digital einlesen. Im
Gegenzug musste sich Google verpflichten den Nutzern für
die Suche und das Betrachten der Suchresultate von
Werken, die nicht urheberrechtlich geschützt sind, keine
Gebühren zu verlangen.
Die Autorenvereinigung Authors Guild und die Association
of American Publishers klagen bereits wegen massiver
Copyright-Verletzungen gegen das Projekt. Für sie wird
es interessant sein, dass der Vertrag zwischen der
Universität und Google eine Funktion vorsieht, in der
Einspruch von dem Urheberrechtsinhaber gegen die
Digitalisierung erhoben werden kann. (01.09.06,
Heise)
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