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Microsoft: Authentifizierung mit Gewalt
Ab November sollen alle E-Mails durch Microsofts Freemail-Dienst Hotmail
und MSN als Spam behandelt werden, die nicht von Servern stammen, die
Microsofts Sender-ID-Technik zur Spambekämpfung anwenden.
So will Microsoft seine Antispam-Technik mit der Brechstange durchsetzen.
Microsofts Hotmail ist zur Zeit der Freemail-Dienst mit den meisten
Kunden. Diese Marktmacht will Microsoft als Brechstange benutzen, um
seine unpopuläre und lückenhafte Technik Sender-ID durchzusetzen.
Die IETF (Internet Engineering Task Force) als Standardisierungskomitee
des Internets hatte bereits die weitere Beschäftigung mit Sender-ID
abgelehnt, da Microsoft Patentrechte geltend machen könne. Sender-ID
funktioniert zudem nicht für automatisch weitergeleitete E-Mails.
Dadurch lässt sich Microsoft jedoch nicht hindern, seine Drohung wahr
zu machen: Ab November werden E-Mails ohne Sender-ID im Junk-Mail-Ordner
landen, wenn nicht sogar sofort gelöscht. Wer dies für seine E-Mails
verhindern wolle, solle gefälligst mitmachen. (30.06.05,
Heise)
Prozessor-Krieg: AMD vs. Intel
AMD gab heute bekannt, vor einem US-Bundesgericht eine kartellrechtliche
Klage gegen Intel eingereicht zu haben.
In der 48-seitige Klageschrift von AMD wird beschrieben, wie Intel in
rechtswidriger Weise seine Monopolstellung auf dem Markt für x86-Mikroprozessoren
aufrechterhalten habe. Intel habe auf Kunden weltweit einen Zwang ausgeübt,
keine Geschäftsbeziehungen mit AMD einzugehen. Aus der Klageschrift
gehen 38 Unternehmen hervor, die Opfer der Zwangsausübung geworden seien.
Die Klageerhebung erfolgt nach Informationen von AMD im Anschluss an
eine kürzlich ergangene Entscheidung der japanischen Fair Trade Commission
(JFTC), in der diese zu dem Ergebnis gekommen ist, dass Intel das Verbot
des §3 des japanischen Kartellgesetzes verletzt habe, indem es seine
Monopolstellung dazu missbraucht habe, fairen und offenen Wettbewerb
auszuschalten. Nach den Feststellungen der JFTC hat Intel dadurch, dass
das Unternehmen japanischen PC-Herstellern Beschränkungen auferlegt
hat, in vorsätzlicher Weise rechtswidrige Geschäftspraktiken angewendet,
um ein Anwachsen von AMDs Marktanteil zu verhindern. Intel habe diese
Anschuldigungen nicht bestritten. Die Europäische Kommission hat mitgeteilt,
dass sie gegenwärtig ein Untersuchungsverfahren gegen Intel wegen ähnlicher
möglicher Verstöße gegen das Kartellrecht durchführt und im Rahmen dieses
Verfahrens mit den japanischen Behörden zusammenarbeitet.
AMD wirft Intel konkret vor, mit Großkunden wie Dell, Sony oder Toshiba
Exklusiv-Vereinbarungen abgeschlossen zu haben, die im Gegenzug unter
anderem Sonderzahlungen und diskriminierende Preise vorsehen. Diese
seien an die Bedingung geknüpft, AMD vom Markt auszuschließen. So sollen
zum Beispiel dem Sony-Konzern seitens Intel Millionen für die Gewährung
einer Ausschließlichkeit gezahlt worden sein. Daraufhin sei der Anteil,
den AMD an Sonys Geschäft hatte, von 23 Prozent im Jahr 2002. über 8
Prozent im Jahr 2003 auf nunmehr 0 Prozent zurückgegangen. (28.06.05,
Onlinekosten.de)
Sicherheitslücken im Real Player
Die Sicherheitsexperten von eEye warnen vor einer kritischen Sicherheitslücke
bei der Behandlung von AVI-Dateien durch den RealPlayer. So kann eine
speziell präparierte Videodatei in beim Real Player einen Heap-Overflow
auslösen und damit beliebigen Code zur Ausführung bringen. Laut eEye
lässt sich das Problem sowohl über Web-Seiten als auch durch E-Mails
mit entsprechenden Anhängen oder beim Instant Messaging empfangenen
Dateien ausnutzen. Eine weitere Analyse von iDefense brachte ergab noch
einen Heap Overflow, durch diesen ein Rechner auch kompromittiert werden
kann. Eine manipulierte Datei im RealText-Format kann über eine ungeprüfte
Kopieraktion mit sprintf() Code einschleusen und ausführen.
Neben RealPlayer 10.5, 10, 8 und RealPlayerOne für Windows sind auch
die Mac- und Linux-Versionen und der Helix Player betroffen. Die Handheld-Versionen
hingegen sind immun. RealNetworks führt noch weitere Sicherheitsprobleme
des RealPlayers auf. So können manipulierte MP3-Stücke lokale Dateien
überschreiben oder ActiveX-Controls starten. RealNetworks empfiehlt,
die bereitgestellten Updates einzuspielen beziehungsweise auf die aktuelle
RealPlayer-Version umzusteigen. (24.06.05,
Heise)
Bald Mac-Rechner auch mit Windows
Apples nächste Mac-Generation wird 2006 erstmals auf Intel-Prozessoren
setzen, wie sie bereits in handelsüblichen PCs verbaut werden. Das eröffnet
Besitzern dieser "Mactels" ganz neue Möglichkeiten: So könnte es möglich
werden, neben dem mitgelieferten Mac OS X auch alternative Betriebssysteme
wie Linux oder gar Windows zu verwenden.
Apple wird es "Mactel"-Besitzern nicht verbieten, das Windows-Betriebssystem
zu nutzen, eine Unterstützung durch den Mac-Hersteller werde es aber
nicht geben. Bislang ist auch noch völlig unklar, wie schwer eine entsprechende
Anpassung von Windows an die neuen Macs sein wird, weil nicht bekannt
ist, ob Apple Standard-Intel-Chips verwenden wird, noch welche weiteren
Hardware-Komponenten (Mainboards) eingesetzt werden.
Bislang hatte Apple in seinen Macs PowerPC-Chips der Hersteller Motorola
und IBM verbaut, eine Anpassung von Mac OS X-Programmen an Intel-Chips
sollte aber nach bisherigen Entwicklererfahrungen nicht schwer sein,
da Apple selbst hat jede Version seines Betriebssystems in den letzten
fünf Jahren immer auch intern für Intel-Chips entwickelt, um eine Alternative
zu PowerPC-Chips zu haben.
Selbst wenn Windows standardmäßig nicht auf "Mactels" installiert werden
könnte, die Verwendung von Intel-Prozessoren in Macs macht erstmals
eine schnelle Emulation des marktführenden Betriebssystems möglich.
(21.06.05,
N24)
DivX 6 fertig gestellt
DivXNetworks hat die neue Version seines inzwischen zu einer kompletten
Videosuite aufgebohrten MPEG-4-Derivats zum Download freigegeben. Die
wichtigste Neuerung neben höherer Kodiereffizienz (und neuen Qualitätsmodi,
inklusive "insane quality") ist die Einführung des proprietären DivX
Media Format (.divx), ein erweiterter AVI-Container, der mehrere Audiospuren,
Untertitel, Metainformationen (Video Tags), interaktive Menüs und mehr
aufnimmt. Ein Vorgeschmack darauf gaben bereits die Vorabversionen.
Darüber hinaus unterstützt DivX 6 mehrere aufeinander folgende B-Frames
(nicht innerhalb der DivX-Hardwareprofile), eine PSNR-optimierte (PSNR:
Peak Signal to Noise Ratio) H.263-Quantisierungsmatrix, 4MV (4 Motion
Vector Search). (17.06.05,
Heise)
Neue Patches für IE und Outlook Express
Wieder wurden zwei neue Sicherheitslücken für den Internet Explorer
bekannt, über denen sich Programmcode ausführen oder Daten ausspionieren
lassen. Auch Outlook Express sowie Exchange Server 5.5 haben ein Sicherheitsleck
über das sich Programmcode ausführen lässt. Für alle vier Sicherheitslöcher
bietet Microsoft nun
Patches zum Download an. Ein Sicherheitsleck im Internet Explorer
tritt bei der Anzeige von PNG-Bildern auf, worüber ein Angreifer via
Buffer Overflow Programmcode ausführen kann. Das zweite Sicherheitsloch
in Microsofts Browser betrifft die Verarbeitung von XML-Daten, worüber
ein Angreifer Einsicht in andere XML-Daten auf dem betreffenden Rechner
erlangt. Bei beiden Sicherheitslöchern wurde die Gefährdung als hoch
eingestuft.
Für den Internet Explorer in den Versionen 5.01, 5.5 sowie 6.0 stehen
passende Patches kostenlos zum Download bereit. Beide Sicherheitslöcher
können auch unter Windows XP mit Service Pack 2 ausgenutzt werden. Die
aktuellen Patches für den Internet Explorer umfassen auch frühere von
Microsoft veröffentlichte Patches für den Browser.
Mit einem weiteren Patch schließt Microsoft nun ein im November 2004
entdecktes Sicherheitsloch im Newsreader-Teil von Outlook Express. Die
Sicherheitslücke macht sich bei der Verarbeitung von NNTP-Antworten
bemerkbar, um darüber Newsgroup-Server abzufragen, wodurch ein Buffer
Overflow auftritt und ein Angreifer beliebigen Programmcode ausführen
kann. Ein Angreifer muss also einen entsprechend präparierten Newsgroup-Server
betreiben, um das Sicherheitsleck ausnutzen zu können. (15.06.05,
Golem)
Trojaner in gefälschter Symantec E-Mail
Eine E-Mail mit gefälschten Absender gaukelt dem Empfänger vor, sein
Rechner wäre mit einem Virus infiziert. Ein Link verweist auf eine vermeintliche
Software zum Entfernen des nicht vorhandenen Virus. Folgt der Anwender
den Hinweisen, wird ein Trojaner auf den Rechner geladen, der versucht,
Passwörter des Benutzers zu entwenden.
Die gefälschte E-Mail-Nachricht im Wortlaut:
Symantec Security Check system has tested you system for errors, and
found 224 critical errors. We inform you that the updates for these
errors are available for download.You Computer is infected with the
Worm@bda.265 Virus, which infected not only your computer but also the
computers of everyone in your address book. Protect yourself now. (14.06.05,
ZDNet)
Michael-Jackson-E-Mail verbreitet Trojaner
Nachdem vor einigen Tagen Selbstmordgerüchte von Michael Jackson aufkamen,
geht nun eine Spam-Mail um, die dafür Beweise verspricht. Diese E-Mail
aber ist eine Falle, wer den Beweis-Link anklickt, installiert sich
einen Trojaner.
Die E-Mail lockt mit der Betreffzeile "Subject: Re: Suicidal aattempt"
und verspricht Hintergrundinformationen zu dem angeblichen Selbstmordversuch
Jacksons. Darin heisst es: Angeblich habe der einstige "King of Pop"
einen Abschiedsbrief vorbereitet, in dem er "einige seiner Sünden" beschriebe
und rechtfertige. Wer mehr wissen will, braucht nur auf den folgenden
Link zu klicken: "Read more..." Wird der Link angeklickt, wird der Trojaner
"Troj/Borobt-Gen" geladen und installiert. Nach der Installation öffnet
der Trojaner einen Port und lädt weitere Schadensroutinen aus dem Internet
nach. (10.06.05,
Spiegel)
Prozess verloren - Microsoft muss zahlen
Microsoft hat den Patentrechtsstreit gegen Carlos Armando Amado verloren
und muss dem Programmierer 8,9 Millionen Dollar Entschädigung zahlen.
Die Geschworenen sahen es laut der "New York Times" als erwiesen an,
dass das Software-Unternehmen unerlaubt ein Programm in sein Office-Paket
integrierte, auf das der Mann aus Guatemala ein Patent hält.
Die Software dient dazu, Inhalte zwischen dem Datenbankprogramm Access
und der Tabellenkalkulation Excel auszutauschen. Der Kläger gab an,
er habe Microsoft sein Programm bereits 1992 angeboten. Das Unternehmen
habe jedoch abgelehnt. 1995 sei dann Microsoft-Software erschienen,
die den fraglichen Code enthielt. (siehe
Bericht)
Bei seiner Entscheidung beschränkte sich das Gericht auf einen Zeitraum
zwischen 1997 und Mitte 2003. Der Richter kündigte an, man werde als
nächstes prüfen, ob auch danach noch Ansprüche entstanden seien. Eine
Sprecherin des Unternehmens erwiderte, man bleibe dabei, dass Microsoft
keine Patentrechte verletzt habe - man werde das Urteil prüfen und gegebenenfalls
Berufung einlegen.
Erleichtert ist man bei Microsoft allerdings darüber, dass das Gericht
die Forderung des Kläger stark reduzierte: Ursprünglich hatte Amado
400 Millionen Dollar verlangt. (07.06.05,
N24.de)
Phishing Angriff auf deutsche eBay-Nutzer
Auf die deutschen Mitglieder von eBay wurde eine raffinierte Phishing
Attacke über gefälschte E-Mails gestartet. Die User erhalten eine E-Mail
von der durchaus glaubwürdigen Absender-Adresse aw-benutze@ebay.de.
Der User wird in der E-Mail aufgefordert auf einen authentisch erscheinenden
Link zu klicken, der mit https://signon.ebay.de beginnt.
Der Text der E-Mail ist ist auf den ersten Blick ebenfalls glaubwürdig,
bis auf kleine Details, die nur bei näherer Analyse auffallen. Auch
die Seite, die nach dem Klick auf den Link aufgerufen wird, sieht 1:1
so aus, wie die deutsche Login-Seite von eBay.
Von Links und Logos angefangen, entspricht die falsche Website dem deutschen
Original, mit einem unsichtbaren Unterschied: Das Eingabeformular ist
bösartig, denn es übermittelt die eingegebenen Daten nicht nach eBay.
Nur wer nach dem Klick auf den Link in der E-Mail auf den Ladevorgang
der sich anschließend öffnenden Seite achtet, bemerkt, dass der Weg
über Google zu einem Zombie-Server mit der IP-Adresse 202.143.177.162
in Thailand geführt hat.
Die IP-Adresse des Servers gehört(e) dem thailändischen Erziehungsministerium,
die Maschine steht physisch im "educational network" und läuft unter
Red Hat mit Apache 2.0.40. Pingzeiten von zwei bis fünf Sekunden [sic]
und rund 33 Prozent Paketverlust wiesen am Samstagabend daraufhin, dass
der Server schon unter einer starken Last der Zugriffe stand. (05.06.05,
futurezone.orf)
Wurm verkündet Verhaftung Bin Ladens
Eine E-Mail, die von der Verhaftung Osama bin Ladens berichtet und Bilder
verspricht, beinhaltet in Wirklichkeit einen neuen Computerwurm. Im
Text der englischsprachigen E-Mail wird verkündet, CNN berichte gerade
darüber, dass der Terrorchef verhaftet worden sei. An der Mail angehangt
sind angeblich Bilder von der Verhaftung, in Wirklichkeit aber enthält
die angehängte Datei "pics.scr" eine neue Variante des Wurms "Bobix",
der sich anschließend per Mail vom infizierten Rechner weiter verbreitet.
Er nutzt eine bereits bekannte Lücke in Windows-Systemen.
Laut den Sicherheitsexperten von F-Secure wurde die Mail bereits weit
im Internet verbreitet. Sogar ein Weblogger soll auf die E-Mail hereingefallen
sein und meldete die Verhaftung. Der Eintrag wurde allerdings schon
wieder korrigiert. (03.06.05,
Netzeitung)
Windows XP Home zu Professional
Ein Artikel in der aktuellen Ausgabe des Computermagazins c't könnte
Bill Gates viel Geld kosten.
Dort wird beschrieben, wie man durch einen kleinen Eingriff von zwei
Bytes in der Registry, aus der Windows XP Home Version die Professional
Edition machen kann. Sollten wirklich viele Nutzer darauf spekulieren,
sich statt der Professional die Home Edition zu kaufen, um diese dann
nachträglich mit diesem, nebenbei bemerkt, nicht legalen Eingriff zu
verändern, könnte dies Microsoft viel Geld kosten.
Der Nutzer erhält nach dem "Umbau" eine fast vollwertige Professional
Edition des Betriebsystems, wobei die Vorteile dabei besonders im Sicherheitsbereich
liegen, da man ausschließlich in der Pro-Version ohne Admin-Rechte arbeiten
kann, was die meisten Trojaner und Viren an der Verbreitung im System
hindert.
Laut c't fehlen im Vergleich zu einer "echten" Professional Version
lediglich einige wenige Funktionen. (01.06.05,
Giga.de)
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